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Der Morgen · 1927-10-01 · Heft 4 (Oktober 1927) · p. 455

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
3 (1927-1928)
Issue
Heft 4 (Oktober 1927)
Article
[Rezension] / G. G.
Date
1927-10-01
Page
455 (sequence 2)
Language
German
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Anzeigen des jüdischen Jahres nach. Auch die weiteren begleitenden Worte bringen wertvolle Bruchstücke aus dem alten und neuen jüdischen Schrifttum; sie geben damit Anregung zu weiterem Lesen und Forschen. Auch Stellen von Nichtjuden über Juden und Judentum sind sinngemäß eingestreut. Möge der Kalender auch in diesem Jahre recht viele neue Freunde gewinnen. (Zu beziehen durch die Buchhandlungen oder durch die Geschäftsstelle des J.F.B., Rosenstr. 2—4, Berlin, Mk. 2.5o.) G.G. Im Augustheft der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums nimmt Julius Guthmann zu der Frage nach der „Dogmatik" des Judentums abschließend Stellung. E. Bickermann prüft den Vorwurf des Eselskulles, den man im Altertum gegen das Judentum erhob. Josef Meisl schildert die ergötzlichen und doch sehr ernsten Verlegenheiten, in welche die preußischen Judengemeinden dadurch kamen, daß die Herstellung von Kalendern Privileg der Akademie der Wissenschaften war, die natürlich den Bedürfnissen der Juden nicht Rechnung tragen konnte. Die Sammelbesprechung dieses Heftes, von A. Kaminka verfaßt, unterzieht wichtige Werke über die Hagiographen, insbesondere Gunkels neuen Psalmenkommentar, einer kritischen Betrachtung. GeistundGesellschaft. Kurt Breysig zu seinem sechzigsten Geburtstage. II. Bd.: Geschichte und Gesellschaft. Breslau, Verlag von M. & H. Marcus, 1927. Im vorigen Heft des „Morgen" habe ich den ersten Band der Festschrift zu Ehren Kurt Breysigs angezeigt. Jetzt ist der zweite Band erschienen, der ebenso reich und mannigfaltig an wertvollen Beiträgen ist wie der frühere. Das pädagogische Problem wird in unmittelbarster Beziehung zur Gegenwart behandelt in den ersten drei Aufsätzen: Fritz Klatt- P r e r o w , Beziehungen zwischen Sprach-, Sach- und Geisteswelt der Gegenwart; Ernst Hering- Berlin, Vom sozialen Sinn der Schule; Friedrich K a m m e r e r - Wolfenbüttel, Die pädagogische Forderung an unser Geschlecht. Historische Einzelfragen werden erörtert von Wischnitzer-Berlin, Eine Neuerscheinung zur Geschichte der Dekabristenbewegung; Werner Richter - München, Historiker und Journalist; Fritz Böhme- Berlin, Maßstäbe zu einer Geschichte der Tanzkunst; Richard Freund- Berlin, Rede des Irokesenhäuptlings Sagoyewatha; Yao Shih Ao-Pecking, Vita Confucii, ein Beitrag zur Quellenkritik. Es folgt ein außerordentlich fesselnder und aufschlußreicher Aufsatz von Wolf Zucker- Berlin, Der barocke Konflickt Jean Pauls. Den Beschluß machen drei Beiträge soziologischer Art, von denen der von Zdenek Ulrich- Prag, Einige Gedanken zur Soziologie der Revolution, Entscheidendes und Neues bringt. J. G. Else Schubert-Christaller: Der Gottesdienst der Synagoge. 1927. Verlag Alfred Töpelmann in Gießen. Heft 7 der Reihe: Aus der Welt der Religion. Herausgegeben von Rudolf Otto und Friedrich Niebergall. 84 S., brosch. 2.70 Mk. geb. 4-— Mk. Es ist nach all den, berechtigten Klagen, daß man von seilen der christlichen Religionsforscher von dem lebendigen, gegenwärtigen Judentum als Religion keine Notiz nehme, erfreulich zu gewahren, welche Aufmerksamkeit man nun dem Sinn, der Form und dem Text des jüdischen Gebetes zuwendet, beschämend für diejenigen Juden, die von dem im jüdischen Gebet sprudelnden Quell nichts wissen und nichts wissen wollen. Rudolf Otto hatte an dem jüdischen Gebet den inneren Sinn der Heiligkeit, dessen, was er mit einer glücklichen Prägung das Numinöse nannte, entdeckt und neu würdigen gelehrt. Und nun macht eine, im jüdischen Schrifttum nicht unbewanderte und von Liebe zu ihm bewegte, Christen hier den Versuch, den sehr gelungenen Versuch, Stücke aus dem jüdischen Gebet der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Absicht mag wohl in erster Reihe die pein, die christliche Welt mit dem Frömmigkeitsschatz bekannt zu machen, der in dem jüdischen Gebet aufgespeichert ist, aber es ist so, daß auch viele Juden so bar der Kenntnis des Gottesdienstes in der Synagoge sind, daß ein solches Buch auch in ihrem Kreis aufklärend und erhebend wirken muß. Die Verfasserin hat richtig gesehen, daß das besonders Reizvolle und Charakteristische der jüdischen Gebete die eigenartige Verbindung des Bewußtseins steter und unmittelbarer Gottesnähe mit einem feinen 455

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