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Der Morgen · 1927-08-01 · Heft 3 (August 1927) · p. 350

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
3 (1927-1928)
Issue
Heft 3 (August 1927)
Article
[Rezension] / J.
Date
1927-08-01
Page
350 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Anzeigen sehen, Französischen und Italienischen für das Lesebuch übersetzt worden. Das Buch sieht seine Aufgabe und ßeinen Zweck vornehmlich darin, dem Schüler jüdische Geschichte und Literatur innerlich nahe zu bringen. Diesen Zweck wird es sicher gut erfüllen. J. Karl Benjamin: Aus sibirischer Gefangenschaft durch Sowjet- Rußland. (Gesellschaft der hessischen Bücherfreunde Darmstadt. Würfelbücherei. 3 Mk. geb.). In diesem Büchlein berichtet der Verfasser in lebendiger und packender Weise, wie er nach langen Jahren russischer Gefangenschaft auf abenteuerreicher Flucht durch Sibirien und Sowjet-Rußland flieht. Das Hoffen und Bangen, die Vorbereitungen und die enttäuschenden Rückschläge, die mühselige entbehrungsreiche Flucht mit all ihrer Drangsal und Gefahr, ist fesselnd und eindringlich geschildert. Drei qualvolle Monate, durch Eis und Schnee, Hunger und Kälte, auf schlechten Wegen, in elenden überfüllten Waggons, zu Fuß auf unwegsamen Pfaden, dauert die Flucht, bis sie in Reval an Ostern 1920 ihr glückliches Ende findet. Grotte, Alfred: Alte schlesische Judenfriedhöfe (Breslau und Dyherrnfuirth). Mit 45 Abbildungen. (Monographien zu Denkmalpflege und Heimatschutz, Heft 1) Berlin 1927. Verlag Guido Hackebeil A.-G. Berlin. 3 Mk. Ein besonderes Kapitel in der deutschen Kulturgeschichte bilden die alten Judenfriedhöfe mit ihren reichen kunsthistorischen Werten, die1 bisher nur ganz vereinzelt behandelt worden sind. Diese Lücke füllt eine soeben erschienene Arbeit „Alte schlesische Judenfriedhöfe" des durch seine Arbeiten auf dem Gebiet jüdischer Kunstforschung bekannten Prof. Dr.-Ing. Alfred Grotte aus. Die hier behandelten Begräbnisstätten in Breslau (XIV. und XVIII. Jahrhundert) und Dyhexrnfurth (XVII. Jahrhundert) bieten in dieser anschaulichen Darstellung nicht nur wertvolles Material für die Geschichte der deutschen Juden, sie erweisen auch durch maßstäbliche Aufnahmen und zahlreiche Photographien eine Glanzzeit jüdischer Friedhofskunst, wie sie nur an wenigen Orten des Reiches uns derart vollendet entgegentritt. J. Adam Smith: Theorie der ethischen Gefühle (The Theory of Moral Sentiments). Nach der Ausgabe letzter Hand übersetzt, und mit Einleitung, Anmerkungen und Registern versehen von Dr. Walther Eckstein. (Der Philosophischen Bibliothek Bd. 200). Zwei Bände. Felix Meiner, Leipzig 1926. 618 S. Geh. 20 M, geb. 34 M. Jeder Gebildete kennt den Namen Adam Smith. Daß aber der Verfasser des „Reichtums der Nationen" von Haus aus eine Professur der Philosophie bekleidete und vor seinem grundlegenden volkswirtschaftlichen Werk ein berühmtes moralphilosophisches Buch verfaßte, ist außerhalb engerer Fachkreise heute in Deutschland fast unbekannt. Eine gute moderne Übersetzung der „Theorie der ethischen Gefühle" wurde seit langem vermißt, denn das Buch gehört noch immer zu den Hauptwerken der ethischen Literatur überhaupt. Die Fülle feiner psychologischer Beobachtungen, das treffende Urteil in praktischen Fragen der Ethik, der seltene Scharfblick in der Darstellung der ethischen Wertungen und nicht zuletzt die gelungene Würdigung und Kritik älterer Moralsysteme — alles das sind Momente, die dem Werk einen ganz eigentümlichen Reiz verleihen. J. Die Gonstantin Brunner-Gemeinschaft setzt einen Preis von 1000 SM für die beste Arbeit über das folgende Thema aus: Wodurch unterscheidet sich die Psychologie Gonstantin Brunners von aller bisherigen Psychologie? Bei der Lösung dieser Aufgabe soll nicht nur das allgemein Grundlegende über den „Praktischen Verstand" im Sinne Brunners berücksichtigt werden, sondern auch im Besonderen dessen Auffassung von der Spezifikation des Wissens („Denkens" im gewöhnlichen Sprachgebrauch) und die veränderte Stellung, welche sich durch die Auffassung vom wissenden Denken gegenüber Dogmatik wie Skeptik zur endgültigen Überwindung beider, ergibt. Näheres zu erfahren durch den Vorsitzenden der Constantin Brunner-Gemeinschaft Dr. Fritz Blankenfeld, Berlin, Landshuterstr. 7. 350

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