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Der Morgen · 1927-08-01 · Heft 3 (August 1927) · p. 349

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
3 (1927-1928)
Issue
Heft 3 (August 1927)
Article
[Rezension]
Date
1927-08-01
Page
349 (sequence 2)
Language
German
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Anzeigen Problemen der fortwirkenden Tradition wird sich das, was in den Bestrebungen der Gegenwart wesentlich ist, bewähren müssen." Windelband hat das schon für den engeren Kreis der Geschichte der Philosophie getan. Hier wird es in größtem Stile für alle philosophischen Disziplinen durchgeführt. Abteilung II des Werkes liegt geschlossen vor unter dem Titel: „Natur, Geist, Gott" (7^8 S., geb. 35 Mark). Der Züricher Mathematiker und Physiker Hermann Weyl behandelt die „Philosophie der Mathematik und Naturwissenschaft"; Hans Driesch gibt eine aufschlußreiche Darstellung über „die Metaphysik der Natur", in der die Naturlehren von Galilei bis zur Gegenwart auf ihren systematischen Gehalt hin untersucht werden; Erich Rotha c k e r behandelt die „Logik und Systematik der Geisteswissenschaften"; Emil W o 1 f f gibt eine an Hegel orientierte „Philosophie des Geistes"; Emil B r u n n e r hat eine „Religionsphilosophie evangelischer Theologie" geliefert; Pater Przywara eine „Religionsphilosophie katholischer Philosophie". Eine Reihe von Arbeiten der Abteilung III sind inzwischen in einzelnen Lieferungen erschienen. Das ganze Werk wird in Einzellieferungen ausgegeben. Man kann sowohl auf das ganze Werk wie auf die einzelnen Abteilungen subskribieren. Bis Anfang 1929 soll das Ganze in fünf Abteilungen vorliegen. Ausstattung und Druck sind mustergültig. Die Mitarbeiter zählen zu anerkannten Fachgelehrten ihres Arbeitsgebietes. Ein Namen- und Sachregister beschließt jede Abteilung. J.G. Alfred Stern: „Abriß einer Geschichte der demokratischen Ideen in den letzten vier Jahrhunderte n." Sieben Vorträge, gehalten im Winter 1926 an der Volkshochschule des Kantons Zürich. — Heft 3 der „Schweizergeschichtlichen Charakteristiken", Preis Fr. 2.— Orell Füßli Verlag, Zürich und Leipzig 1927. Diese Vorträge bieten in straffer Zusammenfassung einen Überblick über die Geschichte der demokratischen Ideen vom Beginn des 16. Jahrhunderts bis zum Weltkrieg. Sie skizzieren ihre Entstehung, Ausbreitung, Verflechtung mit den religiösen Kämpfen im Zeitalter der Reformation und Gegenreformation, den Rückschlag gegen sie im Zeitalter der unumschränkten monarchischen und aristokratischen Regierungen, ihre Triumphe während der englischen Revolution und auf dem Boden Nordamerikas, ihr Anwachsen in der Vorgeschichte der französischen Revolution. Nach einem Blick auf ihre Niederlage im Zeitalter der Restauration folgt eine Schilderung ihrer Erstarkung durch die Anstöße der Revolution von i83o und i848, ihrer Verbindung mit den Ideen nationaler Selbstbestimmung und des Sozialismus, ihrer Förderung durch die Umwandlung des Verkehrs und der Wirtschaft. Auf ihre Fortbildung in der Schweiz wird besonders Rücksicht genommen. Den Schluß bildet die Betrachtung, daß trotz vorübergehender Hemmungen es über menschliche Kraft hinausgehen dürfte, der wachsenden Strömung der Demokratie Einhalt zu gebieten. Ein Verzeichnis der wichtigsten literarischen Hilfsmittel wird den Lesern als belehrende Zugabe geboten. J. Die Familiennamen der Juden unter besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse in Baden zu Anfang des 19. Jahrhunderts von E. M. D r e y f u ß (J. Kaufmann, Frankfurt a. M.). Geb. 8 Ml. Der Verfasser gibt ein Gesamtbild des Entstehens der jüdischen Familiennamen, wobei er vor allem die Veränderungen des Namenbestandes zur Zeit der Emanzipation und die Annahme neuer Familiennamen behandelt. Der Wert der wissenschaftlich einwandfreien, für weitere Kreise gedachten Abhandlung liegt weniger darin, daß u. a. mehr als 800 verschiedene Namen erklärt werden, als in der systematischen Zusammenfassung des uns hier zugänglichen Wissens. Darüber hinaus hat der Verfasser an Hand bisher unveröffentlichter Akten uns einen wertvollen Beitrag zur allgemeinen Geschichte der Emanzipation und zur Familienforschung gegeben. J. Quellenlesebuch z u.r jüdischen Geschichte und Literatur. Bearbeitet von Julius Höxter. Verlag J. Kauffmann, Frankfurt a. M., gebunden 1,80 mi. Die Quellenstücke sind nicht bearbeitet, sondern in wortgetreuer und sinngemäßer deutscher Übersetzung dargeboten, um die Ursprünglichkeit tunlichst zu bewahren. Soweit gute Übersetzungen der jüdischen Quellen vorhanden sind, wurden sie benutzt; die nichtjüdischen Quellen sind indessen meistens aus dem Lateinischen, Mittelhochdeut- 349

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