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Der Morgen · 1927-08-01 · Heft 3 (August 1927) · p. 348

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Journal
Der Morgen
Volume
3 (1927-1928)
Issue
Heft 3 (August 1927)
Article
[Rezension]
Date
1927-08-01
Page
348 (sequence 2)
Language
German
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Anzeigen schwierigen Problem erkenntniskritisch nahe zu kommen. — Werner Sombart schildert fesselnd die Bedarfsgestaltung im Zeitalter des Hochkapitalismus. — Eduard Wechsler führt mit seinem temperamentvollen Aufsatz „Die Generation als Jugendgemeinschaft" in die Fragen der Entstehung neuen geschichtlichen Lebens hinein. So offenbart schon dieser erste Band der Festschrift eine Fülle von fruchtbaren Gedanken und weckt den Wunsch, daß bald auch die andern beiden Bände folgen mögen. J. Goldstein. Die Dionysiakra des Nonnos. Deutsch von Thassilo von Scheffer. München, F. Bruckmann A.-G. i.—5. Lieferung, je 3 Jtlfl. Der um 4oo n. Chr. in Alexandria lebende und dichtende ägyptische Grieche Nonnos (= „der Heilige") aus Panopolis hat ein eigentümliches Schicksal gehabt. Zu Lebzeiten und noch Jahrhunderte danach als Haupt einer Dichterschule gepriesen, ist er später fast ganz in Vergessenheit geraten. Solange er Heide war, erfüllte ihn ein glühendes Verlangen, die Dionysos-Religion, die er dem Untergang geweiht fühlte, in all ihrer Mythenfülle zu durchleben und der Nachwelt zu erhalten. Später wurde er Christ und schrieb u.a. eine poetische Paraphrase des Johannes-Evangeliums. Aber religionsgeschichtlich bedeutsam ist für uns nur sein ungeheures, 48 Gesänge umfassendes, in dantesk erhabener Monotonie dahinrauschendes Lied von der Geburt und dem Siegeszug des Weingottes Dionysos, in das er, der alexandrinisch gelehrte Epigone, alles Ihm erreichbare Sagengut über Bakchos und die in der Legende mit ihm in Berührung gebrachten: Götter und Menschen hineingearbeitet und in streng gebauten, an Homer geschulten Versen besungen hat. — Lange war dieser reiche Schatz, der Religions- und Sagenforscher, Altertumsfreunde und Okkultisten trotz aller epigonenhaften künstlerischen Schwächen hätte reizen müssen, so gut wie vergraben. Nun hat sich Th. v. Scheffer, der Schöpfer unserer klassischen Homerverdeutschung, an die entsagungsvolle Aufgabe gemacht, ihn ans Licht zu heben. Die vor zwei Jahren begonnene Übersetzung ist schon bis zum 12. Gesang gediehen, umfaßt also schon den vierten Teil des Ganzen, so daß ihre Vollendung in absehbarer Zeit erhofft werden kann. Die Verdeutschung entspricht allen billigen Anforderungen. Sie ist sachlich zuverlässig; das zeigen die beigegebenen knappen Erklärungen, die das Verständnis des nicht immer einfachen Textes genügend erleichtern. Die Hexameter zeigen den strengen Rhythmus des Originals, und die Sprache befriedigt die hohen Ansprüche, die wir seit Goethe zu stellen gewohnt sind. Die äußere Form der Hefte mit ihrem großen, schönen Druck ist auch für verwöhnten bibliophilen Geschmack eine Augenweide. Julius Stern. Stammler, Rudolf, Geh. Rat Prof. Dr., Berlin, Rechtsphilosophische Abhandlungen und Vorträge, 1. Bd., 1888 bis iqi3, 45g S. Berlin ig25. .Pan-Verlag. Wie auch immer der rechtsphilosophisch Interessierte sich zu den methodologischen Ausführungen Stammlers, des Begründers der modernen Rechtsphilosophie stellen mag, schon aus rein entwicklungsgeschichtlichen Gründen ist die Lektüre dieses Bandes von größtem Interesse, und bleibendem Wert. Das ungeheure Wissen Stammlers überrascht. Die 20 Kapitel dieses ersten Bandes zwingen geradezu zum rechtsphilosophischen Denken. Hier seien nur einige Titel angeführt: Die Theorie des Anarchismus, Recht und Willkür, Die Bedeutung des Deutschen Bürgerlichen Gesetzbuches für den Fortschritt der Kultur, Privilegien und Vorrechte, Die grundsätzlichen Aufgaben des Juristen in Verwaltung und Rechtsprechung, Die Zukunftsaufgaben des Rechtes und der Rechtswissenschaft. — Inzwischen ist der zweite Band, der die Arbeiten aus neuerer Zeit umfaßt, erschienen. Wir behalten uns vor, hierauf noch zurück zu kommen. Wie wir soeben hören, bereitet der gleiche Verlag die Herausgabe eines neuen Werkes von Rudolf Stammler, betitelt „Deutsches Rechtsleben in alter und neuer Zeit" vor. J. Handbuch der Philosophie, herausgegeben von A. Bäumler und M. Schröter, Verlag R. Oldenbourg, München 1927. Ich möchte die Leser dieser Zeitschrift auf ein monumentales Werk, „Handbuch der Philosophie", hinweisen. Die Absicht der Herausgeber geht dahin, auf allen Gebieten eine Problemgeschichte zu geben, die aus der Vergangenheit aufsteigend, den Weg zur Gegenwart zeigt. „Vor den großen philosophischen 348

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