Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 2 (1926-1927)
- Issue
- Heft 6 (Februar 1927)
- Article
- [Rezension] / Perles, Felix
- Date
- 1927-02-01
- Page
- 624 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
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Anzeigen The American Jewish Year Book 5687. Volume 28. Edited by Harry Schneiderman for the American Jewish Committee. 645 p. Philadelphia. The Jewish Publication Society of America. 1926. Das vorliegende Amerikanisch-Jüdische Jahrbuch enthält weit mehr, als der Titel vermuten läßt. Es zerfällt in einen historischen und einen statistischen Teil und stellt so eine Kombination dessen dar, was hierzulande das „Handbuch" des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes und das „Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur" getrennt bieten. Der historische Teil beginnt mit einem Rückblick auf das Jahr 5686 von Harry S.Linf i e 1 d. Auf 114 Seiten werden hier alle irgendwie in politischer, religiöser und geistiger Beziehung für die Juden der verschiedenen Länder bedeutsamen Ereignisse und Tatsachen objektiv gewürdigt. Eine reich illustrierte fachmännische Studie von William G.Tachau orientiert über die Architektur der Synagoge. Ein kurzer Aufsatz von Albert M. Friede n b e r g schildert den Anteil der Juden an der Besiedlung Amerikas i654—1787. Den Abschluß bilden eingehende Nekrologe auf vier im Berichtsjahre heimgegangene ausgezeichnete Männer des englischen und amerikanischen Judentums: Israel Abrahams (Herbert Löwe), Kaufmann Kohler (H. G. Enelow), Henry B.Malter (Alexander Marx), Ephraim Lederer (Julius H. Greenstone). Der statistische Teil bietet zunächst eine Reihe von Verzeichnissen der jüdischen Organisationen in den Vereinigten Staaten, eine besondere Liste der Wohlfahrtsverbände sowie einen Nachweis über die im Lande erscheinenden jüdischen Zeitungen und Zeitschriften und über die früheren und heutigen jüdischen Mitglieder des Kongresses der V.St. Darauf folgt dann eine Statistik der Juden nicht nur in Amerika, sondern in der ganzen Welt. Wir erhalten hier das neueste und vollständigste Material, und wenngleich in jedem Falle gewissenhaft angegeben wird, ob es sich bloß um Schätzungen, oder um das Resultat amtlicher Zählungen handelt, stellen die hier gebotenen Ziffern einen hohen Annäherungswert dar. Die Gesamtzahl der Juden in der ganzen Welt beträgt danach 14 245 522. Davon wohnt heute die größte Zahl (3 600 800) in den V. St., während noch vor 4 Jahren an erster Stelle Polen stand, das hier mit 2 854 000 figuriert. Fast ebensoviel zählt das europäische Rußland (2 820 429). In starkem Abstand folgt Rumänien mit 900000, während Deutschland nur 615 000 jüdische Einwohner hat. Sehr interessant sind die Angaben über den Prozentsatz der Juden zur Gesamtbevölkerung in den einzelnen Staaten und Städten der V.St. und über das Anwachsen ihrer Zahl von 1818—1920. Von besonderer Wichtigkeit sind die Nachweise über die allgemeine und jüdische Einwanderung in den \ ereinigten Staaten, Canada, Argentinien und Palästina. Den Schluß des Bandes bildet der Jahresbericht des American Jewish Committee und der Jewish Publica tion Society of America. Diese Lektüre weckt einerseits frohe Hoffnungen bezüglich der Zukunft des Judentums im Lande der Freiheit, stimmt aber andrerseits trübe durch den sich aufdrängenden Vergleich mit den Zuständen in andern Ländern und speziell auch in Deutschland. F. Perl es. Im Dezemberheft der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums nimmt Professor Scheftelowitz das Schlußwort zu der Frage, ob das Judentum Dogmen besitzt. Gleichzeitig eröffnet Rabbiner Dr. Goldmann eine Aussprache über die Frage nach dem Sinn dieser dogmatischen Grundlehren und ihrem Verhältnis zueinander. Das eigentliche jüdische Dogma ist nach ihm die Lehre von der „Göttlichkeit der Thora". Ferner schildert S. Baron auf Grund unveröffentlichter Urkunden die Bestrebungen, bei den Verhandlungen des Wiener 624