Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 2 (1926-1927)
- Issue
- Heft 5 (Dezember 1926)
- Article
- [Rezension] / L.
- Date
- 1926-12-01
- Page
- 531 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
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Anzeigen Tagebuchform gewählt. Gerade auch das Düstere und Herbe, das für die westfälische1 Dichterin so charakteristisch war, kommt oft prächtig zum Ausdruck. Schilderungen, wie ihre Vision vor dem Spiegel oder ihr ahnungsschwerer Traum von Katharina Schücking werden einem unvergeßlich bleiben. Das aber, was den besonderen Wert des Buches ausmacht, ist die Darstellung der Freundschaft zwischen Annette und dem jungen Schücking. Annette ist dem frischen, literarisch begabten Menschen von Herzen zugetan und nimmt sich seiner in mütterlicher Weise an. Die mütterliche Zuneigung wandelt sich mit der Zeit zu einer starken, selbstentsagenden Liebe und spornt ihre schöpferische Tätigkeit mächtig an. Dieses Freundschaftsverhältnis zu Schücking schildert uns Helene Christaller in ergreifender Weise. Dazu kommen Naturschilderungen von großer Schönheit, die bald die blühende Heide im Norden, bald den Zauber des Bodensees beschreiben. L. Weldhes sind die besten deutschen Büdier? Der Börsenverein deutscher Buchhändler zu Leipzig bittet uns um Aufnahme nachfolgender Notiz: Welches sind die besten deutschen Bücher? Eine Antwort auf diese gewiß schwierige Frage sucht der Börsenverein der deutschen Buchhändler durch ein Preisausschreiben zu erreichen, das sich an alle Kreise deutscher Bücherfreunde wendet. „Welche zwölf Bücher", so lautet die Frage, „aus der Zeit der letzten drei Geschlechter gehören in die Hausbücherei jedes gebildeten Deutschen?" Vorausgesetzt wird also, daß die klassischen Werke der Zeit Schillers und Goethes und das beste aus dem älteren deutschen Schrifttum ohnehin in eine deutsche Hausbücherei gehören und vorzuschlagen sind nur Werke aus der Zeit etwa seit Goethes Tode. Die Arbeiten, die für die getroffene Auswahl die beste Begründung geben, werden preisgekrönt, und zwar sind Preise im Gesamtwerte von Ml 23oo.—, darunter ein i. Preis von Ml iooo.— ausgesetzt. Dem Preisrichteramt gehören u. a. Frank Thieß und Stefan Zweig an. Alle Einzelheiten erfährt man durch die Buchhandlungen und aus Anschlägen in den Bibliotheken. Bei der Redaktion eingegangene Bücher Besprechung vorbehalten W. Picht und E. Rosenstock: Im Kampf um die Erwachsenenbildung. Schriften f. d. Erwachsenenbildung. Bd.I. 2Öo Seilen. Geb. 12 Ml. FranzRosenxweig: Zweistromland.Kleinere Schriften zur Religion und Philosophie. Philoverlag. Berlin 1926. 278 Seilen. Johannes Scherr: Illustrierte Geschichte der Weltliteratur. 11. neubearbeitete und bis auf die neueste Zeit ergänzte Auflage von Dr. Ludw. Lang u. a. I. Bd. 61. Tausend. Verlag von Dieck & Cie., Stuttgart. 443 Seiten. Heinz Heimsoeth: Die Sechs Großen Themen der Abendländischen Metaphysik und der Ausgang des Mittelalters. Verlag Otto Reichl, Darmstadt. 343 Seiten. Otto Baumgarten: Kreuz und Hakenkreuz. Leopold Klotz Verlag, Gotha. 36 Seiten. 1 Ml. Heinz Welten: Der Ehrenbürger. Roman von Spitzbuben und andern ehrlichen Men- Echen. Universitas, Deutsche Verlags- Aktiengesellschaft Berlin. 307 Seiten. Marika Stjernstedt: Die von Sneckenström, übersetzt von Rhea Sternberg. Herders Verlag, Freiburg i. Br. 1926. 316 Seiten. Richard Melander: Die Brigg „Zwei Brüder". Eine Seemannsgeschichte. Obersetzt von Rhea Sternberg. Herders Verlag, Freiburg i. Br. 175 Seiten. Kart. 3 m. Adam Smith: Theorie der Ethischen Gefühle. Nach der Auflage letzter Hand herausgegeben von Dr. Waller Eckslein. 2 Bände. Felix Meiner Verlag, Leipzig. Band 200 a und b der Philosophischen Bibliothek. 618 Seiten. 531