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Der Morgen · 1926-12-01 · Heft 5 (Dezember 1926) · p. 530

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
2 (1926-1927)
Issue
Heft 5 (Dezember 1926)
Article
[Rezension] / G. S.
Date
1926-12-01
Page
530 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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IRI
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Anzeigen Ludwig Gumplowict: Ausgewählte Werke. I. Geschichte der Staatstheorien. Mit einem Vorwort von G. Salomon. II. Grundriß der Soziologie. Mit einem Vorwort von F. Oppenheimer. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck. Über ein halbes Jahrhundert ist vergangen, Beit die erste Ausgabe dieser Schriften die Presse verlassen hat. Der deutsche Bücherkatalog verzeichnete damals eine literarische Neuheit: Soziologie, denn Gumplowicz hat die Soziologie eigentlich inauguriert, wie Tönnies etwas später die Sozialphilosophie in Deutschland begründete. Das Jugendwerk Lorenz von Steins, seine „Geschichte der sozialen Bewegung", ist nur in einem engeren Kreise und vor allem durch Marx zur Wirkung gekommen. Während in Frankreich eine kontinuierliche Tradition seit Comte bestand, sind in Deutschland soziologische Untersuchungen in Geschichtsphilosophie, Völkerpsychologie und Kulturhistorie eingebaut. Wenn Gumplowicz auch, zeitgebunden, die naturwissenschaftliche Methode einfach auf die Sozialwissenschaften übertragen wollte und bei einer mechanistischen Betrachtungsweise stehen blieb, so ha,t er doch zuerst die Soziologie als Kausalwissenschaft der sozialen Erscheinungen hervorgehoben, und seine Richtung ist durch Ratzcnhofer, Small und Oppenheimer berichtigt und fortgebildet worden. Die Einleitungen legen darum den Hauptwert darauf, das klassische Werk von Gumplowicz in seiner Bedeutung darzutun, als Begründung einer neuen Sozial- und Staatslehre, und diese „Naturlehre" der Gesellschaften des Staats im Unterschied von Sozialdarwinismus und Rassentheorie, Organizismus und historischem Materialismus zu erklären. Dio Ausgabe verfolgt den Zweck, wie die Neuausbe von Lorenz v. Stein, die grundlegender» erke der Soziologie, die längst vergriffen und teilweise vergessen waren, wieder zur Geltung zu bringen. G.S. Das Oktoberheft der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums erscheint in verstärktem Umfang und bringt eine Reihe von Aufsätzen zur Erinnerung an einen der ersten Mitarbeiter der Monatsschrift, an Manuel Joel, dessen Geburtstag am 19. Oktober zum hundertsten Male wiederkehrt. Einer Übersicht über Joels Leben und Wirken von C. Seligmann folgen Erinnerungen des Baseler Philosophen Carl Joel und eine anziehende Studie von Albert Lewkowitz. Außerdem enthält das Heft eine Übersicht von Bernhard Heller über „biblische Sagenforschung". J. Die Zeitschrift „Das Bayerland", die älteste und größte illustrierte Heimatzeitschrift des ganzen deutschen Sprachgebietes, hat das Problem des Judentums zum Thema eines ihrer Sonderhefte gemacht. Mitgearbeitet haben u.a.: L.Hümmert -München, Die jüdischen Bankiers und Heereslieferanten Bayerns im Zeitalter der napoleonischen Kriege; Dr. P. Sundheim e r, Die finanziellen Beziehungen der Juden zum bayerischen Staat im 18. Jahrhundert; Dr. R. H i p p e r - München, Die Juden von Augsburg; E. Schöpflich, Zur Geschichte der Juden in München; der Herausgeber selbst, Staatsarchivar Dr. Fridolin S o 1 - 1 e d e r , schreibt über die Schutzjuden des Juliusspitals zu Würzburg. M. Jankelowitz widmet dem einzigen noch stehenden ländlichen Gotteshaus, dem in Bechhofen, eine liebevolle Schilderung. J. Helene Christaller: Das Tagebuch der Annette. Ein Stück aus dem verborgenen Leben der Annette von Droste-Hülshoff. Mit einem Bildnis der Annette. Leinenband M. 6.— (Fr. 7.50). Helene Christaller hat sich mit großer Liebe und psychologischem Feingefühl in das Leben der Annelte von Droste-Hülshoff versenkt. Um die Persönlichkeit der Dichterin lebendig und eindrücklich gestalten zu können, hat sie die 530

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