Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 2 (1926-1927)
- Issue
- Heft 4 (Oktober 1926)
- Article
- [Nachricht] / J.
- Date
- 1926-10-01
- Page
- 414 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Besprechungen von Selma Stern über die Stellung der brandenburgischen Kurfürsten zu den Juden. J. Hans Owesny: GeldundGeldwesen der Geld-(Kredit-)wirtschaft. Leipzig 1924« Der Neue Geist-Verlag, Dr. Peter Reinhold. 410 Seiten. Broschiert 10 Ml, gebunden i2,5o Ml. Der Verfasser will die wirtschaftliche Begründung zu Knapps staatlicher Theorie des Geldes geben. Er untersucht die heutige Wirtschaft, die längst über die Tauschwirtschaft hinausgewachsen ist, entsprechend ist auch das Geld in dieser Wirtschaft nicht Tauschmittel, sondern das Mittel, durch das das Ergebnis des gesellschaftlichen Produktionsprozesses an die an der Produktion Beteiligten verteilt wird. Nur von dieser wirtschaftlichen Funktion aus ist das Wesen des Geldes zu verstehen. Umgekehrt ist aber auch alles, was diese Funktion ausübt, Geld, unabhängig von den historisch gewordenen Geldformen. So das Kreditgeld, privates Geld, das nicht wie das staatliche Geld im Staatsgebiete, sondern in einem kleinen Wirtschaftskreis gilt, und sich eben durch sein Geltungsgebiet und nur durch dieses vom staatlichen Geld unterscheidet. Das Buch bietet eine Fülle von Anregungen und Gedanken, ist wegen stilistischer Eigentümlichkeiten nicht leicht zu lesen, aber es lohnt die Mühe der Lektüre. St. Im Juniheft der Mitteilungen der „G e s e 11schaft für jüdische Familienforschung" gibt Arthur Kronthal, einer der besten Kenner der Lokalgeschichte unserer einstmaligen Ostmark, im Anschluß an die im vorigen Heft gegebenen Darstellungen des jüdischen „Eintagskönigs" Saul Wahl eine kulturhistorisch sehr interessante Zusammenstellung jüdischer Königssagen und behandelt außer Saul Wahl auch noch den „Zweitagskönig" Abraham Prochownik. — Friedrich Werwach bringt eine Zusammenstellung aller Potsdamer Judenfamilien, die 1822 feste Familiennamen annahmen mit besonderer Aufzählung derjenigen, die ihren Namen änderten. Der bekannte Berliner Anthropologische Professor Dr. Friedenthai gibt einen Auszug seines in der Märzsitzung der Gesellschaft gehaltenen Vortrages: „Familie und Rasse". — Dr. G. C- Meyer liefert einen Beitrag zur Entstehung der jüdischen Familiennamen in einem Behörden-Briefwechsel aus dem Jahre 1822. — Max Krieg, Liegnitz, schildert die Geschichte der dortigen Judengemeinde. — Dr. Klibanski beschließt seine in den früheren Heften mitgeteilte Liste der Frankfurt am Mainar Juden, die 1802 die sogenannte Stättigkeit, eine Art Bürgerrecht erwarben. — Das beliebte Suchblatt mit zahlreichen Antworten auf familiengeschichtliche Fragen aus dem Leserkreise, Bücherbesprechungen und Notizen runden den Inhalt ab. Unter diesen letzteren ist für die Allgemeinheit interessant der Nachweis, daß Heinrich Hertz, der berühmte Entdecker der elektrischen Wellen, nicht, wie meist behauptet, als Jude geboren wurde, sondern als Sohn christlicher Eltern. Freilich ist er von Vaterseite jüdischen Blutes, denn sein Großvater Heinrich David Hertz trat mit seiner Gattin Betty geb. Oppenheim zum Christentum über. " ' J. Jahrbuch für Soziologie. Eine internationaleSammlung. Herausgegeben von Prof. Dr. G. S a 1 o m o n. 2. Bd. Verlag G- Braun. Karlsruhe 1926. 488 Seiten. Broschiert Ml 16.—, Ganzleinen ML 20.—. Die Bedeutung dieses Handbuches gesellschaftswissenschaftlicher Forschung wird am besten ersichtlich durch die Aufzählung der in ihm behandelten Themen: A. Walther: Max Weber als Soziologe. A.Vierkandt: Die Oberwindung des Positivismus in der deutschen Soziologie der Gegenwart. F. W. Jerusalem: Die Gesetzmäßigkeit des sozialen Lebens. W. Sauer: Soziologie contra Sozialphilosophie. A. Günther: Die Verbundenheit sozialwissenschaftlicher Methoden, erläutert an Grenzfällen der Soziologie und Finanzwissenschaft. G- Mosca: Können die Fortschritte der Politik als Wissenschaft in Zukunft die sozialen Krisen ausschalten? W. Malgaud: Das soziale Handeln. H. L. Stoltenberg: Seelspiegelung oder Formen des Mitbewußtseins. W.Vleugels: Der Begriff der Masse. E. Fueter: Individuen und Massen. A. Meusel: Das Kompromiß. E. A. Roß: Herrschaft. A. Menzel: Kelsens „Allgemeine Staatslehre" und die Soziologie. K. Haff: Kritik der Genossenschaftstheorie, zugleich ein Beitrag zur Rechtssoziologie der deutschen Verbände. W. Keilhau: Wirtschaft und Macht. J. A. Hobson: Die neue Phase des Imperialismus. H. Cunow: Zur Geschichte der Klassenkampf theorie. G. Bourgin: Die Kommune, Episode aus dem 414