Mannheim
Compact Memory

Der Morgen · 1925-10-01 · Heft 4 (Oktober 1925) · p. 520

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Morgen
Volume
1 (1925-1926)
Issue
Heft 4 (Oktober 1925)
Article
[Rezension]
Date
1925-10-01
Page
520 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2895450-2895451-2895456-2896260--00611-2896411
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Besprechungen beten, insbesondere aus den in der modernen Entwicklung großenteils aus der Liturgie wieder ausgeschalteten Pijutim, und indem es Stücke aus dem jüd. Schrifttum bringt. Dabei ist nicht nur das alte und mittelalterliche Judentum berücksichtigt, sondern es ertönen auch die Stimmen aus der jüngsten Zeit bis hinab zur chassidischen Legende. Das Buch ist von einem Engländer geschrieben, es sind daher in der Auswahl auch Vertreter der angelsächsischen Kultur stark berücksichtigt; dem deutschen Juden, der meist nur die Urteile deutscher Menschen über jüdische Probleme kennt, wird so eine wohltuende Erweiterung seines Wissens geboten. Die persönliche Einstellung des Autors ist eine bewußt zionistische, aber sein Zionismus ist so wenig nationalistisch und so durchaus religiös gerichtet, daß auch der von dieser Auffassung Abweichende mit den Ausführungen und Folgerungen sympathisiert, wie es ja überhaupt das Kennzeichen des Zionismus in den angelsächsischen Ländern ist, daß seine Anhänger die jüdisch - nationale Seite gar nicht betonen, die Volklichkeit und Staatlichkeit ihres Landes stark bejahen und die rein praktische Aufbauarbeit in Palästina in den Vordergrund rücken. Auszustellen wäre, daß nicht immer, besonders bei Zitaten aus dem Talmud, die Quelle so genau angegeben ist, daß man sie rasch nachschlagen und an Ort und Stelle nachlesen kann. Bei einer zweiten Auflage wäre hier eine Änderung erwünscht. M. Dienemann. Die Geschichtswissenschaft der Gegenwart in Selbstdarstellungen. Band I. Verlag von Felix Meiner, Leipzig 1925, S. 274. Gebunden 10 R.-M. Ein aufschlußreiches Quellenwerk liegt hier vor. Georg von Below, Alfons Dopsch, Heinrich Finke, Walter Goetz, Raimund F. Kaindl, Max Lehmann, Georg Steinhausen schildern ihre geistige Entwicklung, oder besser noch: die menschlichen Begleitumstände ihrer wissenschaftlichen Arbeit und ihrer akademischen Laufbahn. Ein vollständiges Verzeichnis der Werke des Autors beschließt jeden Aufsatz als eine höchst wertvolle Zugabe. Die verschiedenen Strömungen in der Geschichtwissenschaft der Gegenwart werden neu und eindrucksvoll sichtbar und die jedem Beitrag vorangesetzten Photographien (mit Namensunterschrift) erinnern manchmal an das Wort des Angelus Silesius: „Es ist Gerechtigkeit auf Erden, daß die Gesichter wie die Menschen werden." G. Das Augustheft der „M onatischrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums" erscheint als Festnummer . zum 70. Geburtstag Professor Eduard Baneths. Neben einer großen Reihe von Abhandlungen, die sich vorwiegend an Fachgelehrte wenden; enthält es mehrere Aufsätze, welche jeden gebildeten Juden interessieren. So hat die Darstellung, welche Max Weber, der bekannte Heidelberger Sociologe, vom Judentum gibt, berechtigtes Aufsehen erregt; insbesondere ist sein Bestreben, Eigentümlichkeiten des jüdisch-religiösen Lebens aus der Reihe der Juden als „Paria-Volk" zu erklären, auf starke Bedenken gestoßen. Nun prüft Prof. Julius Guttmann unter Heranziehung philosophischer, bibelwissenschaftlicher und volkswirtschaftlicher Gesichtspunkte den Standpunkt Webers und gelangt bei voller Würdigung der wissenschaftlichen Verdienste, die sich Weber um die Auffassung der biblischen Geschichte erworben hat, bezüglich jener Grundanschauung zu abweichendem Ergebnis: Ein anderer Aufsatz von Rabbiner Dr. B a e c k zeigt in einleuchtender Weise, wie bereits die Midraschlehrer gegen christliche Auffassungen anzukämpfen hatten. — Die Mitgliedschaft der Gesellschaft für die Wissenschaft des Judentums wird bekanntlich durch Einzahlung des Mitgliedsbeitrags von 8.— Mark auf das Postscheckkonto Paul Veit Simon, Berlin 7o3o, erworben; die Mitglieder erhalten die Monatsschrift, die in sechs starken Heften erscheint, unentgeltlich. 520

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.