Der Morgen
- Journal
- Der Morgen
- Volume
- 1 (1925-1926)
- Issue
- Heft 3 (August 1925)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1925-08-01
- Page
- 393 (sequence 2)
- Language
- German
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Besprechungen grenzte, von der Umgebung abhängige historische Bedingungen waren, mit der religiössittlichen, Menschen und Zeiten überdauernden jüdischen Wahrheit zu identifizieren, ist eine grobe Fälschung I Besonders das letztere erweist Fiebigs Buch an ganz vortrefflichen Beispielen. Wer, um eins herauszugreifen, daran Anstoß nimmt, daß man nach talmudischem Rechte den gefundenen Gegenstand wohl dem jüdischen, nicht aber dem nichtjüdischen Verlierer zurückzugeben hat, muß wissen, daß hierzu lediglich ein damals wie heute üblicher Grundsatz des internationalen Rechts Anlaß gab, nach dem die Gleichberechtigung eines Ausländers von der Zusicherung der Gegenseitigkeit in seinem Heimatsstaate abhängig ist. Noch heute ist ein Sowjetrusse oder Pole in Deutschland in vielen Punkten völlig rechtlos, weil der Deutsche es in beiden Ländern auch ist. Und selbstverständlich hat das jüdische Recht ebenso verfahren. Fiebig versteht den Talmud, aber er hat auch Sinn für Geschichte und Soziologie. Und darum ist sein Buch der wertvollste Beitrag zu den Anschuldigungen gegen den Talmud, der in den letzten Jahren erschienen ist. Es sei die Hoffnung ausgesprochen, daß diesem Versuche auch auf den übrigen Gebieten andere folgen. Notwendig ist eine Beleuchtung der talmudischen Aussprüche und Vorschriften über das Verhältnis von Juden zu Nichtjuden von historischen Gesichtspunkten aus, notwendig ist auch eine Darstellung der Meinungen und Gesetze, die das christliche Mittelalter — insbesondere die Kirchenväter — in bezug auf das Judentum hervorgebracht hat. Hier liegen die Ansätze zu einer gesunden Apologetik, die nicht beschönigt und nicht übertreibt, sondern die die Dinge in ihren historischen Zusammenhängen schlicht schildert und wertet. Felix Goldmann. Neue Bücher. Hans Much: Rings um Jerusalem, Einhornverlag, Dachau bei München. n4 S. u. 24 Tafeln, brosch. 5 Mk., geb. 6 Mk, Friedr. Hertz: Rasse und Kultur. Eine kritische Untersuchung der Rassentheorien, 3. gänzlich neu bearbeitete und vermehrte Auflage. Alfred Kröner, Leipzig, Philosophisch-soziolog. Bücherei, Bd. 34, 1925. — 426 S., brosch. 9 Mk., Ganzl. 11 Mk. Heinr. Schnee: Weltpolitik vor, in und nach dem Kriege. Quelle & Meyer, Leipzig, 465 Seiten. Paul Mühsam: Der ewige Jude. (Dichtung.) Ernst Oldenburg, Leipzig. 82 S., geb. 3 Mk. Paul Kammerer: Neuvererbung oder Vererbung erworbener Eigenschaften. Erbliche Belastung und erbliche Entlastung. Walter Seifert, Stuttgart. 190 Seiten. 44 Abbildungen. Wilhelm Schäfer: Die deutsche Judenfrage. Eine Rede in Berlin. Gg. Müller München. 58 Seiten. Berthold Auerbach: Diethelm von Buchenberg. Mit einer Einführung von Schumann, Bildschmuck von KarlLarisch. Verlag Stiepel G. m. b. H-, Reichenberg. •236 Seiten. I. Rosenberg: Methodik des jüdischen Religionsunterrichts. Verlag C. Boas Nachf. Berlin 1924. i44 Seiten. Dr. Josef Meisl: Geschichte der Juden in Polen u. Rußland. 3. Bd. Schwetschke & Sohn, Berlin. 420 Seiten. Brosch. 10 Mk., geb. 12 Mk. Selma Stern: Der preußische Staat und die Juden. I. Teil: Die Zeit des Großen Kurfürsten und Friedrichs I. in 2 Bdn. Darstellung und Akten. Schwetschke & Sohn, Berlin 1925. 8o3 Seiten. Zus. brosch. 16 Mk., geb. ig,5o Mk. (Veröffentlichungen der Akademie für die Wissenschaft des Judentums.) Jahrbuch für Soziologie. Eine Internationale Sammlung I. Bd. 1925. G. Braun, Karlsruhe, 384 S. Brosch. 12 Mk., Ganzleinen i5 Mk. 393