Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 64 (1920)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Direktor Prof. Dr. Heinrich Frauberger [Nachricht]
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 236 (sequence 2)
- Language
- German
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236 Besprechungen/ berger 1908 im Kunstgewerbemuseum zu Düsseldorf veranstaltete. Dort wurde zum ersten Male in einem öffentlichen Museum Deutschlands die Kunstentfaltung der jüdischen Gemeinschaft gezeigt! Der Tod einiger Förderer und Freunde der Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler und das geringe Verständnis, das die Juden leider dieser wichtigen Arbeit entgegenbrachten — und bringen, haben die Bestrebungen Fraubergers gehemmt. Der Krieg und seine Nachwehen hatten ihn gezwungen, seine Arbeit einzustellen, aber der hochbetagte Gelehrte glaubte zuversichtlich, die Beschäftigung mit dem ihm lieb gewordenen Gebiete wieder aufnehmen zu können. In diesem Sinne äußerte er sich, als ich ihn Anfang dieses Jahres aufsuchte; es ist ihm dennoch nicht vergönnt gewesen. Möge die Frankfurter Gesellschaft bald einen Fachmann, der mit gleicher Liebe und Hingebung ans Werk geht, mit der Sichtung der vorhandenen Objekte und der Weiterführung der Wissenschaftliehen Arbeiten betrauen. Am wünschenswertesten wäre es, wenn das wissenschaftliche Material und. die kleine Handbibliothek*), mit dem Nachlaß Albert Wolffs, der sich im Museum der jüdischen Gemeinde in Berlin befindet, räumlich vereint würden. Damit wäre die Möglichkeit gegeben, die Erforschung der jüdischen Kunstdenkmäler planmäßig zu betreiben und deren Resultate sowohl für die Hörer des Berliner Rabbiner- und Lehrerseminars und! der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums als auch für die weitere Oeffentlichkeit nutzbar zu machen. Ein solches Institut wäre eine würdige Ehrung für Prof. Frauberger und zugleich ein Ort zum Studium eines bisher fast gänzlich unbekannten Teiles der jüdischen Kultur. Erich Toeplitz, z. Zrt. Berlin. *) Die Gegenstände selber sollen, wie ich hörte, im städtischen historischen Museum in Frankfurt a. M. untergebracht werden.