Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 64 (1920)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Stellung der Juden in den 1793 und 1795 von Preußen erworbenen polnischen Provinzen zur Zeit der Besitznahme
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 226 (sequence 18)
- Language
- German
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226; Die Stellg.ä. Jud.i.d. 1793ü.95 v.Preuß. erw. poln.Prov.z. Z, d.Besitznahme״. jüdischen Hauptgemeinde Großpolens1), in Lissa, um die Wende des 18. Jahrhunderts viele Kaufleute ein Vermögen von 30—50 000 Talern2), und von den wohlhabenden Juden des günstig gelegenen neuostpreußischen Neustadt (bei Schirwindt)3) einige 10—50 000 Taler, und auch die Juden von Kempen und Krotoschin, zwei vorteilhaft in der Nähe der schlesischen Grenze gelegenen größeren Städten mit starker jüdischer Bevölkerung, galten als wohlhabend4). Solche Einzelfälle aber blieben doch immer eine Ausnahme5), und selbst der vorhandene Einzelreichtum stand bei den unsicheren Kreditverhältnissen nicht auf festen Füßen6). So tritt im wesentlichen das Individuum zurück hinter der Menge: Der polnisch-jüdische Handelsbetrieb beruhte zur Hauptsache auf der Massenhaftigkeit der sich mit ihm befassenden Personen. 1J Das in der zweiten Teilung gewonnene Gebiet entsprach ungefähr dem alten Großpolen. D. J. 1793 S. 65. 2) Holsche II. 279. ף Holsche I. 430• 4) M. I. 117 u. G. T. 107. Siehe auch Holsche I. 464 (Ciechanowiec). 5) In dem nopr. Tykocin waren einige in sehr guten Vermögensverhälta., die meisten aber arm u. ,,lebten von den Reichen“. Holsche I. 471. Jekel II. 90. Auch in Westpr. hatte es nur wenige wohlhabende gegeben, während die Mehrzahl von der Hand in den Mund lebte. Bär I. 422. Siehe a. Brawer 43. 6) Struensee 119. (Fortsetzung folgt.)