Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 64 (1920)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1920-01-01
- Page
- 157 (sequence 1)
- Language
- German
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Besprechung. Br. Wlad. W. Kaplun-Kogam Die jüdischen Wanderbewegungen in der neuesten Zeit (11880—1914). Bonn a. Rh., 1919, A. Marcus und E. Webers Verlag. Preis 4,80 Mk. Die vorliegende Arbeit bildet, wie der Verfasser im Vorwort mitteilt, einen Teil des 3. Bandes des von ihm in Angriff genommenen größeren Werkes: Die Wanderbewegungen der Juden. Kaplun- Kogan arbeitet auf diesem Gebiet schon längere Zeit und ist darum wohl befähigt, gerade diesen wichtigen und für die Wanderungen der Juden charakteristischen Zeitraum von 1880—1914 zu behandeln. Seine Arbeit zerfällt in drei Abschnitte: I. Die Ursachen der jüdischen Wanderungen. II. Die jüdischen Wandeiungen in de! neuesten Zeit und III. Die Wirkungen der jüdischen Wanderungen. ־ Im ersten Abschnitt geht er zunächst auf die ,,jüdischen Wände־ rungen in der jüdischen Wissenschaft“ ein und gibt einen Literaturnachweis, der deshalb besonders hervorgehoben zu werden verdient, weil manches sonst nur schwer erreichbare Werk, besonders in russischer Sprache, in ihm erwähnt ist. Es wird sodann auf die Ur- Sachen der jüdischen Auswanderung aus Rumänien, Galizien und Rußland eingegangen, wobei erhebliche Mengen von Material in Tabellenform beigebracht werden. Im zweiten Abschnitt wird im Anfang die ,,jüdische Ein- Wanderung in die Vereinigten Staaten von Amerika“ betrachtet und einige sehr wichtige Worte werden einleitend über die Gesamt- Wanderungen des jüdischen Volkes gesagt. Wir heben aus ihnen die Tatsache hervor, daß ,,im letzten Menschenalter bei einer Gesamtjudenheit von höchstens 12 Millionen weit über 3 Millionen Juden ihr Heimatland gewechselt haben“. Es wird sodann ,,die allgemeine und jüdische Einwanderung in die Vereinigten Staaten“, auch hier wiederum in Tabellenform einander gegenübergestellt, dann auf die jüdische Einwanderung aus Rußland und Rumänien eingegangen, darauf der Geschlechts-miid Altersaufbau der jüdischen Einwanderung wie auch ihr Familienstand erörtert. Das wichtige Resultat, das auch kulturhistorisch nicht hoch genug zu werten, ist, springt hier heraus, daß die Judenwanderung nur eine Familienwanderung ist. Die finanzielle Lage der jüdischen Einwohner, auf die der Verfasser'