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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1920-01-01 · Heft 2 · p. Seite 146

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
64 (1920)
Issue
Heft 2
Article
Aus H. Graetzens Lehr- und Wanderjahren
Date
1920-01-01
Page
Seite 146 (sequence 4)
Language
German
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146 Aus H. Graetzens Lehr- und Wanderjahren. ־' zuerst mit der Post nach Perleberg und von hier, weil keine Gelegenheit war, machte ich mich zu Fuß auf nach Berlin, unterwegs Gelegenheit erwartend. Meine Sachen legte ich auf die Post. Unterwegs stieß ich wieder auf den Schacherjuden und einen Pferdeführer ausDobrin im Me eklenburgischen. Mit diesen marschierte ich mehrere Meilen. Es war heiß, ich legte meinen Rock aufs Pferd, meine Brieftasche mit Geld in des englishman’s Korb, der be~ kömmt Gelegenheit nach Pyritz, fährt davon mit meiner Brieftasche, und ich bleibe sorglos zurück. Mein Gefährte, der mich für einen christlichen Kommis hält, nimmt großen Antheil an mir. Wir gehen mit schweren Herzen nach Frisack. Tuesday. *Von'hier.leime ich zu Pferde reiten auf einem großherzoglich-mecklenbürgischen Rosse. Es geht gut, ich hole den Juden hinter Wusterhausen, ein, bekomme meine Brieftasche wieder. Ich reise mit dem Führer bis Frisack. Von da mit der Post bis Berlin. Auf der Reise über Nauen, Potsdam, Charlottenburg bemächtigte sich meiner eine niederschlagende Traurigkeit, que je ne puis pas exprimer ä moi-meme.“ (III, S. 12 ff.) Zu den ersten, die er in Berlin aufsuchte, gehörte sein Freund. Behrend, den er beim Kartenspiel trifft. ,,Er kommt mir entgegen, küßt mich und geht ruhig zu seinem Spiele zurück .... er ist verändert, abgestumpft, reich, hat 800 Th. Wir stimmen nicht mehr. Kalt sagt er mir hin, daß es meinen Eltern schlecht geht. Macht , mir Vorwürfe, daß ich nicht richtig spreche, examiniert mich . . . schilt mich Schlemiel und dgl., namentlich mit dem herabwürdigenden Namen בחוד. Seine Witze sind fade und zotig, sein Gefühl kalt, sein Ausdruck gemein, seine Gesellschaft Kartenspieler!: . Non, ce n’est pas lJami pour moi.“ (III, S. 13 f.) . . . . Zu Plessner, der noch so närrisch ist wie früher, gehe ich. Zu Zunz zu gehn, rathen mich alle ab ... _ Und nachdem ich in Berlin weiter nichts als Mendelssohns Grab auf dem alten בית קברות, das neue בת הקברות mit

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