Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 64 (1920)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Aus H. Graetzens Lehr- und Wanderjahren
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 144 (sequence 2)
- Language
- German
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144 Aus H. Graetzens Lehr- und Wanderjahren. Schwan fahren. י Nachmittags um 5 bin ich im Quartier, hinten, abgelegen (III, S. 3 1). Wie ich mich angezogen hafte, ging ich zum alten Hirsch unter den Hütten. Der freute sich recht mit mir. Noch mehr aber sie, eine gute, verständige Frau. Er ist für . seinen Sohn eingenommen־ und spricht recht oft von ihm. Hingegen fand ich, daß man in Hamburg lange das nicht von ihm hält, wie ich und wir, das heißt die Unsrigen, sich vorstellen. Selbst seine Verwandten geben nicht viel auf ihn, wie z. B. Mendelssohn1) und May2). Ja, sie wollten nicht einmal etwas dazu tun, damit er bei seiner Anwesenheit in Hamburg in der großen Schule reden soll. Dazu kam noch, daß zur Zeit in Hamburg bekannt war, daß B. U. כל נדרי abgeschafft hatte, da war alles gegen ihn. Die תפלה, die er im Manuscript in Hamburg gezeigt hatte, wurde ebenfalls getadelt. Kurz, mir gingen erst nach und nach, nachdem ich 32/ג Jahr bei ihm gewesen, die Augen auf. Sie wünschen es alle, ihn von Oldenburg wegzusehn. ,Und sie baten mich alle recht darum. Sie wollten mir alle recht wohl; allein ihre Sprache ist sehr verletzend/' (III, S. 4 ff.) Erst am Freitag kam Graetz nach Altona und stellte fest, was für einen Kontrast die Gemeinde zur Hamburger bilde; Dann sucht er auch einige literarisch bedeutende Personen auf. Zuerst Isaak B e r n a y s. Uber ihn lesen wir: ״Der 3חכם) ein langer hagerer Mann, der das Brod nicht wexth ist, das er ißt. Er liebt das dolce fare niente! ג) Ein Teil der N achkommen Mendel Frankfurters, der in Altona Rosch-Beth־Din und Moreh Zedek gewesen und am [18. Adar 588 =] 1. März 1828 gestorben ist, nannte sich Mendelssohn, der andere Hirsch. (Vgl. Dukaß, או־׳ד, למושב, 'S. 88 ff.) 2) Mendel Frankfurters Tochter Treindel war an R. Chajjim May, der einer reichen und angesehenen Hamburger Familie entstammte, verheiratet (Dukaß a. a. O. S. 92). 3) Vgl. Dukaß a. a. O. S. 110 ff. Graetz XI,2, S. 387 ff.,. 507 urteilt doch ganz anders und ungleich gerechter als hier über ihn.