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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1919-01-01 · Heft 3 · p. Seite 348

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
63 (1919)
Issue
Heft 3
Article
Aus H. Graetzens Lehr- und Wanderjahren
Date
1919-01-01
Page
Seite 348 (sequence 6)
Language
German
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348, Aus H. Graetzens Lehr« und Wanderjahren. den Meister und gewann dabei einen Einblick in den sehr kleinen und kleinlichen Wirkungskreis, in den sein Ideal gebannt war. AU die Zwerggemeinden zusammen, auf die sich die Wirksamkeit des Landrabbiners erstreckte, waren kaum so groß, wie eine Mittelgemeinde daheim in der Ostmark; Wie gern hätte der Jünger ihm wenigstens in Wollstein, am liebsten aber in Posen eine wirklich einflußreiche Stellung verschafft1). Allen seinen Freunden ,daheim legte er die Angelegenheit aufs wärmste ans Herz. So gering auch deren Einfluß war, so freute es ihn doch, wenn er bewirken konnte, daß wenigstens der'Name des verehrten Meisters immer wieder genannt wurde, und wie frohlockte er in seinem Tagebuch (II, 93), als wirklich aus Posen ein offizieller Brief des Vorstandes an den Landrabbiner einlief. Über den Inhalt wußte er zwar nichts, malte sich aber bereits in glühenden Farben die Zukunft seines Ideals aus. Wir können aus der Zeitgeschichte mit Sicherheit, annehmen, daß es sich bei der Anfrage aus Posen nicht sowohl um die Berufung des Oldenburger Landesrabbiners zu dem durch den Tod R. Akiba Egers soeben erledigten Oberrabbinat handelte, als vielmehr gerade um die Ritualfrage, öb der gelehrte Sohn eines berühmten Vaters einen Rechtsanspruch darauf habe, dessen Nachfolger zu werden2). R. Salomon Eger wurde nämlich, wie bekannt, wirklich der Nachfolger seines ungleich berühmteren Vaters. Umso glücklicher war Gr,, als er in sein Tagebuch notieren konnte: »Soeben läuft Nr. 42 der Judenzeitung bei uns ein. Darin steht »die entzückende Nachx) Im ganzen Großherzogtum Oldenburg gab es damals etwa 700 jüdische Seelen. In Wollstein allein aber, nach der Volkszählung vom Jahre 1837, deren 834, in Posen sogar 6828 jüdische Seelen. Mit dieser Ziffer stand Posen an der Spitze der,jüdischen Gemeinden Preußens; denn Berlin , hatte in demselben Jahre nur 5645. und Breslau 5413 jüdische Einwohner. In der Provinz Posen allein aber gab es außer Posen damals noch 18 Gemeinden, deren Seelenzahl 1000 überstiege Vgl. die Zusammenstellung in der A. Z. d. J., Jhrg. 1838, Nr. 109, S. 43g ff. 2) Vgl. A. Z. d. J. a. a. O. S. 116. 146. 189. 399■ ff. 408! 416f. 448 f. 476 ff.

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