Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 62 (1918)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Nachricht] / Hirsch, Benzion H.
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 278 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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278 Kurze Mitteilungen. erachtete. Für die mit unseren Verhältnissen nicht Vertrauten sei aber angemerkt, daß alle diese Heeresangehörigen in der Ausübung ihrer religiösen Pflichten eine Rücksicht genießen, die einzigartig in der jüdisehen Geschichte dasteht, ja vielleicht sogar ihres gleichen in der ganzen. Weltgeschichte sucht. Schon allein die Art und Weise, wie die jüdisehen Soldaten in ihren Garnisonen ihr Passah feiern dürfen, wobei sie seitens der Behörden in weitgehendster Form unterstützt werden, dürfte eine besondere Merkwürdigkeit genannt werden. Schließlich nur noch die kurze Bemerkung, daß bei uns sich zahlreiche Korporationen und Vereine mit den großen Judenfragen befassen, die sich bei den in der allernächsten Zukunft stattfindenden Friedensverhandlungen ergeben werden. Dann wird dem niederländischen Judentum. wohl gern und allgemein die Anerkennung gezollt werden, daß es das Vorrecht, von dem fürchterlichen Schicksal verschont geblieben zu sein, dazu verwendet hat, die Leiden seiner Brüder zu lindern, auf sozialem Gebiet für sie tätig zu sein und die Hoffnung auf bessere Tage bei allen denen zu beleben, die nicht, wie wir unter der Regierung eines Sproäses des Hauses Oranien, den großen Vorzug des Friedens, der Gastlichkeit und der Humanität genießen dürfen. Das niederländische Judentum darf daher wohl Anspruch auf eine ehrenvolle Erwähnung in den Annalen der Geschichte des ewigen Volkes erheben. Amsterdam Benzion J. Hirsch. [2] Seit dem Frühjahr d. J. gibt das »Kartell jüdischer Verbindungen« eine Zeitschrift »Der jüdische Wille« heraus und beabsichtigt, dadurch ein Bild von dem geistigen Leben innerhalb des Verbandes der zionistisch gerichteten Akademiker Deutschlands zu geben. Die zur Erörterung gestellten Fragen seien dieselben, die das heutige Judentum überhaupt bewegen. Die neue Zeitschrift rechne auf die Auf merksamkeit, besonders der Jugend, die den Kampf für eine freie und stolze Zukunft des jüdischen Volkes als ihre eigene Sache empfindet. Auch die Wissenschaft des Judentums soll einen Gewinn davon haben Sogleich im ersten Hefte beginnt Herr Rubaschofi unter der Überschrift »Erstlinge«1) mit dem Wiederabdruck der drei2) Reden, die Eduard Gans in Berlin in den Jahren 1821—23־ im »Verein für Kultur und ף S. 30—42, S. 193—203. 2) Die dritte Rede ist in den bisher erschienen 5 Heften noch, nicht enthalten.