Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 62 (1918)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Elkan Henle, 1761 - 1833
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 224 (sequence 2)
- Language
- German
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224 Elkan Henle, 1761 — 1833. Loses erfreute. Zu diesen Abwanderern gehörten auch die beiden Söhne des Nehrn, nämiich Jakob und Wolf, die sich damals in Mittelfranken ansässig machten. Beide nannten sich, einem häufig geübten Brauche folgend, nach ihrem Herkunftsort fortab Buttenwies(en), nahmen aber um die Jahrhundertwende, aus noch nicht genügend geklärten Gründen dazu bewogen, den Namen Henle zur Bezeichnung ihrer Familie an1). Jakob und Wolf Butenwies(en), genannt Henle, gehörten gar bald zu den angesehensten und einflußreichsten Mitgliedern der Fürther Gemeinde; sie wählten sich ihre Frauen aus den Töchtern des Landes und sahen um ihr Sterbebett2) eine zahlreiche Nachkommenschaft versammelt, auf deren Wohlhabenheit und Ansehen mit Genugtuung, als auf das Werk ihrer redlichen Arbeit und ihres rastlosen Fleißes, blickend, sie aus dem Leben scheiden konnten. Jakob Henle war durch einen gemeinsam mit seinem Bruder Wolf betriebenen Juwelenhandel zu beträchtlichem Wohlstand gelangt, der freilich nötig war, um eine so kinderreiche Familie, wie er sie zu ernähren hatte, seiner geachteten Stellung angemessen zu unterhalten. Er hatte die im Juni 1740 geborne Schwester Reichel (Regina) des bekannten Rabbiners von Baiersdorf David Di speck3) geheiratet, die ihm eine Reihe von Sprößlingen *) In Buttenwiesen kommt sehr frühzeitig und häufig der Name Hon eie als Männername vor, der vermutlich auf hebr. Chanan oder Jochanan mit der schwäbischen Verkleinerungssilbe zurückgeht. 2) Jakob Henle starb am 4. Jan. 1802 zu Fürth, während sein Bruder Wolf ebendort erst am g. Juli 1810 als Parnes (Vereinsvorsteher) das Zeitliche segnete. Aus Furcht, lebendig begraben zu werden, bestimmte Jakob H. letztwillig, seinen Leichnam drei Tage lang liegen zu lassen. Er geriet damit in Widerstreit mit den bestehenden Glaubens- Vorschriften und mußte ohne die Beihilfe der sogenannten »Totenbrüderschaft« bestattet werden, (hebr. Eintrag am Schluß des Sterbebuchs zu Fürth). Wolf Henle war mit Tölzele, Tochter des Isaak Engländer und der Edel, gebornen Meyer verheiratet, die ihm elf Kinder (6 Knaben, 5 Mädchen) gebar und am 14. März 1818 zu Fürth 70 jährig verstarb. 3) Vgl. über ihn Jahrbuch der jüd. lit. Ges.. VIII. Bd., 1910, S. 82r