Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 62 (1918)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Der Name Sar Schalom
- Date
- 1918-01-01
- Page
- 195 (sequence 1)
- Language
- German
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Der Name Sar Schalem. Von Samuel FoznadskL Zu den interessanten Daten, welche die von Brann edierte Orabschrift aus Breslau bietet1), gehört ohne Zweifel auch der in ihr enthaltene, sehr seltene messianische Name Sar Schaiom2), der, wie der Herausgeber mit Recht hervorhebt, sonst nur ganz vereinzelt vorkommt. Doch ist dies nur für die europäischen Länder der Fall, im Orient dagegen begegnet man ihm viel häufiger. So finden sich im Personenregister zu meiner Schrift »Babylonische Geonim im nachgaonäischen Zeitalter« (Berlin 1914) nicht weniger als 6 Träger dieses Namens, die ich hier in chronologischer Reihenfolge vorführen will. 1. In einem von Jakob Sappir aus Jemen mitgebrachten Bibelkodex heißt es, daß er geschrieben wurde: ליקרת מעלת ,,.שו שלום הנשיא אשר ליהודה ... הסמוך .. ♦ (1. מפי אדונינו ר׳ שלמה הנשיא ראש גלות יש׳ מולא נפוס אנדלוס (אלדולה ואלדין... נכתב ונחתם ביום ז׳ לאדר שגת ויכתב משה את השירה הזאת ליצי', also 1002 oder 10233). Das Epigraph gehört nicht zum Kodex selber, da wir es auch in dem von Schemtob b. Abraham Ibn Gaon im J. 1312 geschriebenen und jetzt in Tripolis vorhandenen Bibelkodex finden4), doch dürfte der genannte Sar 1) Monatsschrift 62, 97 ff. 2) Hinzuzufügen zu den von Bacher, REJ. 28. 287 ff. besprochenen messianischen Namen. 3) Je nachdem man nur die überstrichenen Buchstaben zählt, oder aber beide groß geschriebene Wörter (s. 186 ,1 אבן טפיר; II, 175). Wenn Sappirs Angaben richtig sind, so hätten wir hier vielleicht die älteste Berechnung eines Datums durch einen Schriftvers, was bei der Beurteilung des Alters der Krimschen Grabschriften von Bedeutung sein könnte. 4) Das Epigraph des von Schemtob geschriebenen Kodex findet sich außer in den von mir angegebenen Stellen noch bei Neubauer, Med. Jew. Chr. II, 248.