Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 62 (1918)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Schuhsymbolik im jüdischen Ritus
- Date
- 1918-01-01
- Page
- Seite 185 (sequence 8)
- Language
- German
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Die Schuhsymbolik im jüdischen Ritus. 185 Araber, beim Higä’ nur einen Fuß zu bekleiden, seinem weiteren Zusammenhänge nach zu erfassen, wenn wir aus einem Fragment des Euripides (ed. Nauck 534) erfahren, daß die Aetoler bei kriegerischen Unternehmungen den linken Fuß unbeschuht zu lassen pflegten. Es wäre sehr erwünscht, wenn wir von Seiten der Folkloristen weitere Aufschlüsse über die Verbreitung ähnlicher Bräuche erhalten würden. Dadurch würde möglicherweise auch die innere Bedeutung der symbolischen Handlung dem Verständnisse näher gerückt werden«. Den Brauch, mit nacktem linkem Fuß in die Schlacht zu ziehen, übernahmen nach Macrobius (5, 18) die Herniker in Italien von den Aetolern. Bachofen (Mutterrecht 159) ist der Ansicht, in der Entblößung des linken Fußes liege die Darbringung des linken Schuhs an die Muttergottheit. Mir scheint eine andere Erklärung näher zu liegen: Die Mutter Erde, deren Kult weitverbreitet war, stärkt den Kämpfer, der durch den nackten Fuß in ständigem Kontakt mit ihr bleibt, wie im griechischen Mythus Antaeus im Kampf mit Herakles so lange unbesiegbar bleibt, als er die Gäa mit den Füßen berührt. Der arabische Brauch hat also wohl denselben Zweck wie das Wachsenlassen des Haares bei Krregsgelübden (Ri. 5, 2): man erstrebt eine Erhöhung der Kraft für den Krieg. Der Krieg ist geblieben, nur die Rüstungen haben sich geändert.1) ג) Während die Arbeit längere Zeit bei der Redaktion dieser Zeitschrift lag, erschien in der Jewish Quarterly Review VI, 1 ein Artikel The symboliom of the shoe with special reference to jewish sources von Jacob Nacht, der noch manches interessante Material bringt, jedoch meine Darstellung und Erklärung der Chalizah nicht berührt.