Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 61 (1917)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Über einige englische Scholastiker des dreizehnten Jahrhunderts in ihren Beziehungen zur jüdischen Literatur
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 261 (sequence 15)
- Language
- German
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in ihren Beziehungen zur jüdischen Literatur. 261 wird ihm ein Werk zugeschrieben, das unter dem Titel: Fr. Thomae de Eboraco super Metaphysicam Aristotelis in zwei Handschriften erhalten ist, von denen die eine der Bibiiotheca nationale centrale zu Florenz und die andere der Vatikanischen Bibliothek angehört1). Dieses Werk ist, wie schon bemerkt, deshalb von besonderer Bedeutung, weil es, wie außer ihm nur noch die Summa Pftilosophiae, von der wir bisher gehandelt haben, die Lehren der Philosophie, abweichend von der damals üblichen Methode, nicht innerhalb des Rahmens der Theologie, sondern in selbständiger systematischer Form zur Darstellung bringt. Für unsere Kenntnis dieses Werkes sind wir, da es bisher noch nicht ediert worden ist, vorläufig auf das ziemlich knappe Referat angewiesen, das Qrabmann in der erwähnten Abhandlung von ihm gibt. Nach Grabmanns Bericht ist die arabisch-jüdische Philosophie in umfangreicher Weise in dieses System der Metaphysik hineingearbeitet. Außer Averroes begegnen uns Avicenna, Algazel, Avencebrol, Moses Maimonides u.s.w.2). Es wäre für uns von hohem Interesse zu erfahren, inwieweit die jüdische Literatur in diesem Werke der älteren Franziskanerschule berücksichtigt wird. Das vorliegende Referat bietet uns darüber keinen Aufschluß. Ich halte es für wahrscheinlich, daß im zweiten Buche, das zum größten Teil der Lehre von Materie und Form gewidmet ist, besonders auf Avencebröl eingegangen wird, dessen Lehre von der Zusammensetzung auch der intelligibelen Substanzen aus Materie und Form in der späteren Franziskanerschule, vornehmlich bei Duns Scotus, eine hervorragende Bedeutung gewonnen hat3). Auf Maimonides kommt der Verfasser unseres Werkes bei der Lehre von der Weltschöpfung zu sprechen. Im vierten bis sechsten Kapitel des zweiten Buches wird diese Frage eingehend erörtert unter ף Grabmann S. 1S3. 2) das. S. 193. 3) Vgl. Guttmann, Die Scholastik des dreizehnten Jahrhunderts u. s. w. S. 155, 160fg.