Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 61 (1917)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Briefwechsel zwischen Isak Noa Mannheimer und Leopold Zunz
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 110 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829881-2829884-2893973--42605-2894024- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
110 Der Briefwechsel zwischen Isak Noa Mannheimer u. Leopold Zunz; Auch ich lieber Doctor — kann nicht. umhin, dem Schreiben meiner lieben Frau einige, freundschaftliche Zeilen hinzuzufugen, — obgleich ich aber nichts Factisches mitzuteilen habe, und das Raisonnement über Manches — lieber der mündlichen Unterhaltung aufhebe. Ihren so sehr gerühmten ש7/ס פאלק habe ich noch nicht die Ehre gehabt zu sprechen; in Leipzig z.war trat -er mir einmal entgegen, wo er mir aber nur seine Dürftigkeit — nicht aber seine Gelehrsamkeit — zu entwickeln bemüht war — es war am Tage meiner Abreise von dort und mithin nur ein flüchtiges Zusammentreffen. Mit Freuden ersehe ich aus Ihrem Schreiben, daß Sie noch immer mit der Redaktion der Sp. Zeitung beschäftigt sind — Gottlobl Da brauchen Sie die Juden nicht. Übrigens höre ich ja, daß in Berlin wieder eine so rege(?) Tbätigkeit statt finden soll — tant mieux. — Ich selbst habe aber keine Beweise davon gehabt Von einem Aufsatze, den Ihr Rabbiner in die Zeitungen eingerückt haben soll, ist mir etwas zu Ohren gekommen1), aber nichts Deutliches (2הלנו הוא אם•לצרינו, ein Seminar? ist ׳dasetwa eine ישיבה und weiter nichts? — Nun wozu dann die vielen Erörterungen und Umschweife? Von Rubo hatte ich vor einiger Zeit ein kurzes Billet, das ich sogleich beantwortete, ohne daß ich weiter über den Stand der Dinge dort ins Klare kam — ebenso zurückhaltend ’ ist Rieß in seinem Schreiben. Daß ich in Wien von Seiten der Gemeinde als Direktor der dortigen Religionschule angestellt bin, wissen Sie, — die Genehmigung der Regierung soll noch erfolgen; indessen, da ich bereits dort das Dömicil habe, dürfte der förmlichen An- Stellung wohl keine weitere Schwierigkeit Jm Wege stehn. Das Gehalt ist iooo Gulden Conventions Münze und Miethe. י— Übrigens ist das Amt, wenns erst ordentlich eingeleitet ist,, hoffentlich ruhig und heilbringend — was Gott gebe! Daß ich noch immerfleißig mit Rabbinicis mich beschäftige, ב) Es handelt sich um das vom Vice-Oberlandesrabbiner Simon Meyer Weyl geplante Rabbiner- und Lehrer-Seminar. Vgl. Brann, Gech. de jüdisch-theol. Seminars, 4 f. ף Josua 5,13.