Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 61 (1917)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Briefwechsel zwischen Isak Noa Mannheimer und Leopold Zunz
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 4)
- Language
- German
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$2 Der Briefwechsel zwischen Isak Noa Mannheimer u. Leopold Zunz. »Der Dichter H. Heine ist jetzt hier und hat vorigen Sabbat bei mir Kugel gegessen«. Zunz ist subsistenzlos. Jahrelang hält er Ausschau nach einer Stellung. Da winkt ihm Rettung aus Prag, wo ein moderner Prediger gesucht wird, und von wo er durch Peter Beer die Aufforderung zur Bewerbung erhält1). Über die Prager Verhältnisse erbittet Zunz in einem Schreiben vom 18. Januar 1835 von seinem bereits in Österreich tonangebend gewordenen Freunde Mannheimer Auskunft mit den bescheidenen Worten: ללמוד אני צריך. Mannheimer gibt ihm eingehende Antwort2 3), wobei er das Sichbescheiden Zunzens mit der Unterfertigung abzuwehren versucht: Ihr Freund und Verehrer. Am 8. Februar desselben Jahres klopft Zunz wieder bef Mannheimer in derselben Angelegenheit an, und zwar, wie er schreibt: כתלמיד לפגי רב. Das köstliche Antwortschreiben ף, eine Fundgrube von Belehrungen über die rabbinische Wirksamkeit, scheint Zunz über die Prager Gemeindeverhältnisse genügend informiert zu haben, wofür Zunz in einem Briefe vom 16. April d. J. seinen Dank ausspricht. Die Prager Episode in Zunzens Leben dauerte nicht lange. Zunz kehrte am 8. Juli 1836 nach Berlin zurück. Fast zwanzig Jahre vergingen ohne brieflichen Verkehr zwischen Zunz und Mannheimer. Erst der festlich begangene siebzigste Geburtstag Mannheimers (17. Oktober 1863) brachte ein Lebens- Zeichen von Zunz4). Als im darauffolgenden Jahre (10. August) die jüdisch-wissenschaftliche Welt den siebzigsten Geburtstag des Altmeisters feierte, stellte sich Mannheimer mit einem Schreiben ein, das Zunz am 19. August 1864 mit einer elegisch angehauchten Epistel beantwortete, an den »lieben, guten, alten Freund«. Mit der gleichen Sorgfalt wie Mannheimer hob bekanntlich Zunz die bei ihm einlaufenden Briefe5) auf. Dadurch sind wir *) Maybaum a. a. O. S. 38. 2) Abgedruckt bei Maybaum a. a. O. S. 29, 3) Abgedruckt bei Maybaum, a. a. O. S. 40. 4) Vgl. Die Mannheimer-Feier in Wien, 1863, S. 40. 5) Der gesamte Brief schätz befindet sich jetzt in der Obhut der