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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1916-01-01 · Heft 6 · p. Seite 457

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
60 (1916)
Issue
Heft 6
Article
Joseph Jonas Theomim-Fränkel, Rabbiner in Krakau (1742-1745), und seine Zeit
Date
1916-01-01
Page
Seite 457 (sequence 5)
Language
German
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Joseph Jonas Theomim-Fränkel, Rabbiner in Krakau. 457 der Hilfe des Rabbiners sicher war. Da nun seine Mittel infolge schlechter Geschäfte sehr zusammengeschmolzen waren, begann er ihnen mit Gemeindegeldern aufzuhelfen. Als aber die Sache ruchbar wurde, verkaufte er seinem Vetter, dem Rabbiner, sein Haus2), wickelte schnell seine Geschäfte in Krakau ab und begab sich eines Tages nach Pinczöw, woselbst er bereits früher sich das Rabbinat für Geld und gute Worte erworben hatte. Nun stand die Gemeinde ganz ratlos da und ließ am 10. Okt. 1716 in die Grodbücher folgenden Protest »gegen den einstmaligen Senior der Gemeinde und nunmehr den Rabbiner von Pinczöw Zacharias Mendel Kantorowicz« eintragen. Dieser Kantorowicz wollte gar nicht an so viele »Freundschaftsdienste, die ihm dieSeniores von Krakau erwiesen haben, denken...., war gar nicht mit der Opression und Aggravation, mit der Schädigung des gemeinen Mannes und der Reichen zufrieden, sondern suchte und fand Protektion bei den Herren Senatoren und ward mit ihrer Hilfe Verweser der ganzen Synagoge (Gemeinde). 25 Jahre hindurch hatte er alles unter seiner Hand und tat alles nach eigenem Belieben, ohne jemals die anderen Vorsteher zu fragen. Diese Herren Senatoren liehen ihm große Summen, die er nicht zu Gunsten der Gemeinde, sondern für seine privaten Zwecke verwendete. Auch stellten ihm die Herren Senatoren viele Soldaten zur Verfügung, mit deren Hilfe er ganz und gar mutwillige Exekutionen durchführte. Durch 25 Jahre hatte er alle Pachtungen und Einnahmen der Gemeinde inne und exequierte mit Hilfe der Soldaten alle Einnahmen der Gemeinde, um sie für sich zu verwenden. Viele Juden hat er dadurch ruiniert, viele an den Bettelstab gebracht, Niemand konnte bei ihm Klage führen, da Niemand vorgelassen wurde, und die Klagen über sein Benehmen fanden bei den Behörden kein Gehör. Als er reich geworden war, kaufte er sich — ohne Wissen der krakauer Gemeinde — das Rabbinat in Pinczöw, und wickelte seine Geschäfte in Krakau ab. Als wir Senioren vom Ankauf des Pinczower Rabbinats er- 2) das. Anm. 11.

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