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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1916-01-01 · Heft 5 · p. Seite 380

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
60 (1916)
Issue
Heft 5
Article
Die talmudische Literatur der letzten Jahre
Date
1916-01-01
Page
Seite 380 (sequence 12)
Language
German
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380 Die talmudische Literatur der letzten Jahre. verhielt, und die Unauflöslichkeit der Ehe hat für Nichtpriester nie als Gesetz bestanden. Aber auch innerhalb des Rechtes zur Ehescheidung hat keine Entwicklung in einer bestimmten Rieht-!!nie stattgefunden, denn einerseits wechselten die Anschauungen mit den Zeiten nicht in gerader Richtung, andererseits bestanden auch in ein und derselben Zeit in verschiedenen Volkskreisen entgegengesetzte Strömungen hart nebeneinander. Wenn wir die Hauptmomente genau betrachten, so finden wir, daß das altrabbinische Gesetz, wie es R. Akiba fixiert hat, bezüglich des Scheidungsgrundes mit dem ältesten uns bekannten Gesetz über diesen Punkt, Deut 24, 1—4, vollkommen übereinstimmt« Der zweite Teil handelt vom Scheidebrief und seiner Geschichte: Namen des Scheidebriefes, sein Inhalt und seine Form, sein Alter und seine Sprache, sein urkundlicher Charakter und seine Stilisierung. Es sind auch 17 alte Scheidebriefe in ihrem Wortlaut abgedruckt Das Resultat dieses Teiles ist:, der Scheidebrief als religiöse Dispositivurkunde hat gerade infolge dieses Umstandes »seinen alten Charakter in allen Ländern bis auf den heutigen Tag unverändert bewahrt. Der jüdische Scheidebrief ist das älteste lebende Dokument und das einzige, das aus dem Altertum in die Gegenwart hineinragt«. Blau’s scharfsinnige und gründliche Untersuchung und erschöpfende Darstellung der Geschichte der jüdischen Ehescheidung ist ein hochinteressanter und wichtiger Beitrag zur Rechtsgeschichte und Rechtsvergleichung, aber auch — und nicht in letzter Reihe — zur Bibel- und! Talmudforschung1). Die Resultate seiner Untersuchung müssen im ganzen als gesichert bezeichnet werden, auf einzelne anfechtbare Ansichten werden wir weiter unten zurückkommen. x) In gewissem Sinne eine Fortsetzung dieses Werkes sind zwei sehr interessante Aufsätze Blaus: 1. Papyri und Talmud in gegenseitiger Beleuchtug. Leipzig, 1913. Gustav Fock, [Schriften, herausgegeben von der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums]. 2. Zur demotischen und griechischen Papyrusurkunde. Sonderabdruck aus der Festschrift Cohen: Judaica. Im Handel nicht erschienen. (Fortsetzung folgt.)

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