Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 60 (1916)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zunz im Verkehr mit Behörden und Hochgestellten
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 330 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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330 Zunz im Verkehr mit Behörden und Hochgestellten. und Literatur« einige anerkennende Worte gewidmet und ein Vor״ wort zum Katalog seiner Bibliothek geschrieben. Dieses Vorwort zu dem Katalog der Michaelschen Bibliothek ist ganz kurz (6 Qktavseiten). Es enthält eine knappe Biographie des Genannten, sowie eine Würdigung der Handschriftensammlung und der Drucke. Persönlich war Zunz mit Michael seit dem September 1832 bekannt. So oft er nach Hamburg kam, besuchte er ihn und arbeitete fleißig in seiner Bibliothek. In dem »Briefbuch« finden sich gar manche Episteln verzeichnet, auf die sich ein Eingehen an dieser Stelle erübrigt, teils weil sie zum Thema dieser Abhandlung nicht gehören, teils weil sie, wenn man auch die Grenzen dieser Arbeit etwas weiter ziehen konnte, kein allgemeines, sondern nur ein speziell gelehrtes Interesse darbieten.. Meist enthalten diese Briefe Fragen, die Michael aus seinem Hand- Schriftenschatz beantworten sollte oder Erwiderungen auf Anfragen des Hamburger Gelehrten. (Im »Briefbuch« wird der Adressat als R. Chajim bezeichnet.) Als Michael gestorben war und die Verhältnisse der Familie oder der Umstand, daß sich unter den Erben keiner befand, der an einer gelehrten Sammlung Interesse besaß, einen Verkauf des kostbaren Schatzes notwendig machte, fürchtete Zunz eine Zer- Splitterung der mühsam zusammengebrachten Sammlung oder, was ihm gleichfalls als Verlust dünkte, den Übergang der Bibliothek in das Ausland. Deshalb bot er sich teils direkt,, teils durch Vermittlung von Isler an, eine Katalogisierung der Bücher und Handschriften vorzunehmen, um die Aufmerksamkeit, deutscher Käufer auf sie zu lenken und tat Schritte, um sie für Deutschland zu erhalten. Zuerst wandte er sich, wie aus den Briefen an die Ehrenbergs hervorging, an die kgl. Bibliothek in Berlin, die aber aus Mangel an Mitteln auf den Ankauf verzichten mußte. Dann schrieb er an den preußischen Unterrichtsminister Eichhorn. Ich lasse diesen Brief, der nur im Konzept erhalten ist, (übrigens׳ einem vielfach durch korrigierten und schwer lesbaren) hier folgen.