Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 59 (1915)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Nachricht] / Büchler, Adolf
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 94 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Rashi 1× ep/1002670
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94 Kurze Mitteilungen und Besprechungen. das in Raschis Siddur, 36, nicht erwähnt ist, beweist nicht, daß er erst später eingeführt wurde; denn Machsor Vitry S. 73 hat, wie R. Amram, für Montag und Donnerstag: ומחזיר ספר תורה למקומו ואחר כך אומר אשרי ולמנצח. מצאתי אין אומרים והוא רחום למנצח ושיר מזמור ואיו נופלץ על פניהם . .י. und führt dort den Psalm im Wortlaut an. Somit war der Psalm wegen seines Inhaltes ursprünglich nur an den beiden Tagen der Woche, an denen besondere Gebete, wie והוא רחום, gesprochen wurden und aus der Thora gelesen wurde. In diesem Zusammenhänge wird auch Raschis Siddur den Psalm behandelt haben, da er S. 162 § 331 sagt: בפורים איו אומרים למנצח משום דכתיב ביה יענך ה׳ ביזם צרה וצרה בפורים לא מדכרינן.,. ובן למחר אין אומרים למנצח. Somit hat Raschi den Psalm im Morgengebete gehabt. Hätten wir ältere Gebet- oder Minhagbücher, wäre es ein Leichtes, die Verbindung zwischen R. Amram und Raschi herzustellen und Amulos Behauptung als aus der Luft gegriffen zu erweisen (siehe auch El bogen, Gottesdienst, S. 79) *). [9] Zur Abhandlung Ph. Biochs über ״Rom und die Mystiker der Merkabah“ in der Festschrift zum 70. Geburtstag Jakob Guttmanns S.113ff., macht Herr Dr. Jul. Lewkowitz in Berlin folgende Bemerkung: »Bloch sucht den geschichtlichen Kern der Legende von den zehn Märtyrern zu ermitteln und gelangt zu dem Ergebnis, daß um 590 vier römische Synagogenlehrer dem Religionseifer eines Papstes zum Opfer gefallen seien. Unerklärt läßt Bloch aber die seltsame Begründung der Hinrichtung. Nach dem Hechaloth-Buche sollen nämlich die Glaubenszeugen dafür den Tod erlitten haben, daß die Söhne Jakobs ihren Bruder Joseph verkauft haben. Es liegt auf der Hand, daß Joseph ein Deckname ist. Vermutlich ist Jesus gemeint, der von einem seiner Jünger für Geld an die Römer verraten sein soll. Die Beschuldigung, den Tod Jesu veranlaßt zu haben, ist später bekanntlich gegen die Juden erhoben worden und hat zu grausamen Verfolgungen geführt. Die Erzählung des Hechalothbuches ist demnach vielleicht die *) Bemerkungen ganz ähnlichen Inhalts macht mir Herr Ed. Birnbaum in Königsberg i. Pr. in einem Schreiben vom 5. April 1914 und weist außerdem noch auf Abudraham (ed. Warschau 1877, fol. 34a), auf Mordechai Jafe (לבוש c. 132) und Joseph Theomim (□נוע□ מגדי, S. 97—103) hin.