Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die neuhebräische Aufklärungsliteratur in Galizien
- Date
- 1913-01-01
- Page
- 735 (sequence 1)
- Language
- German
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Sie nenhebräische Aufklänmgsliteratur in Galizien. Von Dr. M. Weissberg■. II. Brody m$d Tamopol als Heimstätten der galizischen Ha Skala. Nächst Lemberg war Brody die einflußreichste und älteste Heimstätte der galizischen Haskala. 1548 durch Stanislaw Zölkiewski, Wojewoden von Reußen, unter dem Namen Lubycz gegründet, war Brody im Schreckensjahre 1648 eine große Gemeinde mit vierhundert Familien, welche aber samt dem größten Teil von sechshundert aus der Umgebung hierher Geflüchteten während der Belagerung durch die Kosaken fast gänzlich zugrunde ging1). Später war die Gemeinde einer der Hauptsitze des jüdisch^poinischen Sabbatianismus. Der eifrigste Apostel des Lügenmessias in Polen, der berüchtigte Chajiim Malach aus Zöt<iew, hatte hier zahlreiche Anhänger. Hier wurde denn auch 1751 gegen die letzten Ausläufer des Sabbatianismus, gegen die Frankisten, von den vornehmsten polnischen Rabbinern der Bannstrahl geschleudert2 * *). Die Brodyer Rabbiner nahmen bereits im XVII. Jahrhundert eine hervorragende Stellung auf der Vierländer-Synode ein8). Der berühmte Prager Ober- Rabbiner Jecheskel Landau, verbrachte in Brody einen Teil seiner Lehrjahre. Brody hatte damals vier talmudische Gerichtshöfe, in welchen der junge Gelehrte uneigennützig *) Ozar ha־Siphrutt, Krakau 5652 (1892) S. 421 (V. לקירות הגזרות). 2) Ozar chochma, I. Jhg. Lemberg 1859. S. 22 ff. *) Vgl Nr. 52 des hebr. Wochenblattes Machsike hadas, Lernberg 29/9. 1905. S. 7 .(לוח זכיון).