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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1913-01-01 · Heft 5 · p. Seite 525

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
57 (1913)
Issue
Heft 5
Article
Die neuhebräische Aufklärungsliteratur in Galizien
Date
1913-01-01
Page
Seite 525 (sequence 13)
Language
German
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Die neahebräische Aufklärungsliteratur in Galizien, 523 zeitigte die ersten Blüten der Verbrüderung zwischen Juden und Polen. Das von Mendel Mohr herausgegebene Organ der damaligen breiten Schichten der jüdischen Bürgerschaft, die »Zeitung«, verurteilt in den schärfsten Worten den Einzelfall, in dem ein Jude in Podhajce an dem Überfall ruthenischer Bauern auf die dortigen Polen teilgenommen hatte und schloß seine Betrachtungen mit folgenden Worten: »Meint ihr denn, daß in dem Namen Polen etwas so Schreckliches liegt? Das ist ganz falsch. Mit Polen meint man die Menschen, die hier in Polen geboren sind. Nun sind wir ja auch Polen! — Ihr seht doch, daß es hier am ruhigsten ist, ruhiger wie in allen Ländern. Daraus könnt ihr wissen, daß die Polen keine Revolution machen und unter dem Kaiser stehen wollen. Wer hat den Kaiser ger beten, man solle uns gleiche Rechte geben mit Christen? Polnische Edelleute. Und dennoch gibt es noch einige schlechte Menschen unter uns, welche die Polen mit Gewalt gegen uns reizen wollen. Schande über sie!« — (»Zeitung« No. 13, Freitag, 28. Juli 1848). Am 31. Juli 1848, am Jahrestage der Hinrichtung der nationalen HeldenWiS niowiecki und KapuSci fiski, fand im Lernberger Tempel in Gegenwart der Nationalgarde, der studentischen Jugend, sowie auch zahlreicher jüdischer und Christlicher Damen, eine Andacht statt, bei welcher für die Seelen der beiden Märtyrer das El mole rachmim vorgetragen wurde. An der Kollekte zu Gunsten der Witwe Kohn beteiligten sich die Christen in eben so werktätiger Weise wie die Juden. Ein christlicher Hauseigentümer räumte sogar der verwaisten Rabbinerfamilie unentgeltlich eine große Wohnung ein. Das fernere Verhältnis zwischen Maskiiim und Konservativen in Lemberg im Laufe des XIX. Jahrhunderts — und nach dem Muster Lembergs in ganz Galizien — verlief mit dem Eintritt der galizischen Juden ins politische Leben in den Bahnen parlamentarischer Formen. Den ersten unbewußten Angliederungsversuchen an die kultivierten Landesbewohner im Jahre

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