Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jakob Polak, der Baal Chillukim in Krakau und seine Zeit
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 198 (sequence 3)
- Language
- German
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198 Jakob Polak, der Baal Chiliukim in Krakau, und seine Zeit. fang des XV. Jahrhunderts, als Kaiser Ruprecht von der Pfalz den Israel aus Krems »zum Hochmeister über alle Juden und Jüdinnen des deutschen Reiches« ernannte. So wie in Deutschland, »so starb auch in Polen das Amt des Präfekten nach seiner Geburt, und sein Träger wurde von den Zeitgenossen durch hartnäckiges Schweigen über ihn und seine Wahl gerichtet«1). Schon im Ernennungsdekret des Franczek (6. August 1512)* *) nahm der König die Krakauer Gemeinde von seiner Gewalt aus. (Judaeis ... cracoviensibus, alias casimiriensibus duntaxat exceptis); dieselbe Ausnahme strebten auch die Lemberger Juden an, doch wollte sie ihnen der König nicht gewähren, (v e r o Judaeis leopoliensibus ... abrogando et ipsis ejusmodi auctoritatem adimendo . .) Damit begann der Kampf der Gemeinden mit dem Pächter und hatte zur Folge, daß Franczek seinen Verpflichtungen dem Staate gegenüber nicht nachkommen konnte. Sigismund 1. schrieb daher an den Schatzmeister Andreas von Koöcielec, er möge von Franczek Rechnung nehmen und »da er nicht zahle und durchbrennen will«, solle die Abrechnung so schnell wie möglich geschehen3). Franczek verlor das Vertrauen des Königs uud sein hohes Amt, blieb aber Hoffaktor der Herzogin Elisabeth. Als diese Fürstin heiratete und zu ihrem Gemahl nach Schlesien reiste, bat sie den König, daß er dem Franczek gestatte, sie in ihre neue Heimat zu begleiten. Der König gab dem Franczek einen eisernen Brief (10. November 1515) und gestattete ihm das Land zu verlassen4). *) Gü d e m a n n, Geschichte der Kultur und des Erziehungswesens III, S. 36. Über Michael Esophowicz, den einzigen in Polen geadelten Juden, siehe meine: »Studien und Skizzen«. Die Brüder Abraham und Michael Esophowicz, Ritter von Leliwa. •) RJA. III, Nr. 88. *) Acta Tomiciana III, Nr. 264. *) RJA. III, Nr. 88.