Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 57 (1913)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jakob Polak, der Baal Chillukim in Krakau und seine Zeit
- Date
- 1913-01-01
- Page
- 196 (sequence 1)
- Language
- German
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Jakob Polak, der Baal Ghillukim in Krakau, and seine Zeit. Von Majer Balaban. (Schluß). Trotz der Gehässigkeit seinen frühem Glaubensgenossen gegenüber, wohnte Stephan Fischei in der kasirairer Judenstadt, oder er hatte wenigstens dort sein ererbtes Haus. Denn wir lesen in den Ratsakten am Kazimierz1) aus dem Jahre 1505, daß Rachel (Rasska) Mojzeszowa zusammen mit ihrem legitimen Sohne Franczek (Franciscus) ihrem Schwiegersohn Jakob Doktor — discreto Jacob Hebreo, doctori, genero suo — und ihrer Tochter (Jakob’s Frau) Ester, ein Haus als Eigentum übergeben. Dieses Haus liegt zwischen dem Hause des Stephan Fischei und einem zweiten Hause derselben Mojzeszowa. Die Mojzeszowa genoß am Hofe der polnischen Könige großen Einfluß. Als die Juden noch in Krakau weilten, gestattete ihr Kasimir IV., in einem seiner Häuser, unweit der,Stephanskirche, zu wohnen8); nach der Vertreibung der Juden war sie die einzige, die im Jahre 1504 (1. November) vom König Alexander das Wohnrecht in Krakau erhielt3). In den Schöffenakten von Krakau begegnen wir ihr schon im Jahre 1483. Sie pflegte Handelsbeziehungen mit dem Krakauer Bischof Johann Rzeszowski und lieh ihm 850 Goldgulden4). Auch die Könige: Kasimir IV. und Johann Albert gehörten zu ihren J) S. 501-2. s) Wierzbowski: Matricularum II. Nr. 523. >) RJA. III, Nr. 27. ‘) Helcel II. Nr. 4351—4353 (Schipper, Studya, S. 276).