Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Eine hebräische Grabinschrift aus dem Orient vom Jahre 1217
- Date
- 1912-01-01
- Page
- 716 (sequence 1)
- Language
- German
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Eine hebräische Grabinschrift aas dam Ment?©m Jahre 1217. Mit 2 Abbildungen. Von Eugen Mittwoch. Im Jahre 1898 kam von Konstantinopel aus ein hebräischer Grabstein in den Besitz der Kg!. Museen zu Berlin. Er ist jetzt in der Vorderasiatischen Abteilung aufgestellt und führt die Inventarnummer VA 2949. Oie Grabinschrift :enthält ein genaues Datum, das in den Zwischenräumen der drei letzten Zeilen angegeben ist (siehe Abb. I): בחדש תשרי שגת א׳תיק׳כ׳חי »im Monat Tischri d. J. 1528« [Sei. 1217 n. Ch.). Obwohl hier nicht, wie sonst vielfach üblich, auf die Jahreszahl das Wort לשטרות »nach [der Aera] der Urkunden« folgt, kann doch nur die Aera Seleucidarum gemeint sein. Sie war bei den Juden des Orients das ganze Mittelalter hindurch bis in die Neuzeit hinein im Gebrauch und wurde erst spät, etwa im 16. Jahrhundert, durch die Weltschöpfungsaera ersetzt. Im Yemen hat sich die Rechnung nach der seleuctdisehen Aera noch länger erhalten, ja sie ist daselbst ■— neben der Aera nach Erschaffung der Welt — noch heute üblich1). Der Stein hatte, als er im 13. Jahrhundert als Grabstein Verwendung fand, schon eine Sange Geschichte hinter sich. Das zeigt uns die der hebräischen Inschrift abgekehrte Seite mit ihrem eigenartigen Ornament (Abb. II). *) Vgl. H. P. Chajes: Jüdische und jüdisch-indische Grabfnsei1riften aus Aden (aus: Sitzungsberichte der Kais. Akad. d. Wiss. in Wien. Phiios.-hist. Kl. Bd. CXL1I), Wien 1903, S. 5.