Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 56 (1912)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Neue Beiträge zur Geschichte der Familie Fränkel-Spira
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 345 (sequence 12)
- Language
- German
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Neue Beiträge zur Geschichte der Familie Fränkel-Spira. 345 Aufenthalt in Prag und Umgebung (in einem Umkreise von zwei Meilen) untersagte, wandte sich die Gemeinde mit einem von erschütternden Klagerufen begleiteten Bittgesuch an die Kaiserin und flehte sie um Zurückziehung der grau״ samen Maßregeln an. Unter den Unterzeichneten Gemeinde״ ältesten finden wir neben R. Mayer Fischei Buntzel den Sohn des Primators, nämlich David (vgl. 55) Simon Fränkel1). Als später das Ausweisungsdekret zurückgenommen wurde und einzelne jüdische Familien wieder nach Prag zurückkehren durften, wurde unter anderen auch David Simon Fränkel von der Statthalterei zum Gemeindeältesten ernannt2). Auch Israel, der zweite Sohn des Primators Simon Fränkel-Spira, ragte durch Gemeinsinn hervor. Als Primator hat er die, im Jahre 1744 von Kroaten und vom Pöbel geplünderte und zerstörte, Altschul im Jahre 1750 wieder aufgebaut3). — Von den zwei Töchtern Simon Wolf Fränkels- Spira heiratete Elkele den R. Lipman b. Jakob Neustadt!, während Ritschel (57), die zweite Frau des oben erwähnten R. Maier Fischeis Bunzlau wurde. Aus dieser Ehe stammte R. R. Moses Fischei, Rabbiner4) in Wien, während R. Löb 0 Vgl. Jahrbuch f. d. Gesch. d. Juden u. d. Judent. IV, S. 186. 2) a. a. O., S. 223. Dieser David dürfte mit David b. Simon Spira bei Hock, S. 379 a, Nr. 872 s. a. ש״ח identisch sein, denn auch letzterer war ein Sohn Simon Spiras und Jachdels, einer Tochter des Anschel Günzburg. Als Datum mußte in diesem Falle שבר גדול d. i. das Jahr 1785 angenommen werden, das Jahr 1547 wäre demnach falsch. Vgl. MS. 1902, S. 452, Nr. 1. [Nickt unmöglich, zumal Wochentag und Monatsdatum auch für S4S stimmen, M. Br] 3) Podiebrad, S. 102. 4) Da die Juden Wiens bis zum Jahre 1848 keine Gemeinde bilden und keine Rabbiner anstellen durften, so führte dieser den offiziellen Titel »Koscherfleischaufseher*. So hieß auch mein Urgroßvater R. Moses Fischer (eigentlich Fischei), der bald nach dem Amtsantritte des Predigers Mannheimer (1825) Wien verließ und nach Eisenstadt in Ungarn zog, wo er auch starb. Er hinterließ fünf Kinder, einen Sohn Meyer Fischer, der als Schriftsteller und Privatgelehrter bis an sein Lebensende in Prag lebte und mehrere Werke geschichtlichen Inhalts in hebr. Sprache (קורות שנות קדם, I. Teil: Geschichte Roms im