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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 6 · p. 745

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 6
Article
Jüdische Spitäler im Mittelalter [Nachricht]
Date
1911-01-01
Page
745 (sequence 1)
Language
German
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Notiz. Jüdische Spitäler im Mittelalter. Zugleich eitle Bitte von Profa Dr. tned. K. Baas, Karlsruhe. Bei Nachforschungen über das Medizinal wesen im mittelalterliehen Worms fiel mir in der »Geschichte der rheinischen Städtekultur« von H. Boos eine kurze Notiz über ein jüdisches Spital daselbst auf. Obwohl ich nun glaube, im mittelalterlichen Hospitalwesen .ziemlich bewandert zu sein, war mir doch über ein jüdisches Hospital zu jener Zeit bis dahin gar nichts bekannt geworden. Auf eine Anfrage bei H. Boos antwortete mir dieser, daß seine Angabe sich auf eine spätere Zeit beziehe, da es im Milteialter solche Häuser nicht gegeben habe. Eine mündliche Rücksprache mit K. Sudhoff, Leipzig ergab, daß auch diesem von solchen Anstalten noch nichts entgegengetreten war:; ich selbst konnte aber damals hinzufügen, da ich über Frankfurt a. M. eine diesbezügliche Notiz gefunden hatte: Kriegk gibt in seinem »Deutsches Bürgertum im Mittelalter« an, daß in Frankturt im Mittelalter ein Judenspital gewesen sei. Inzwischen habe ich nach weiteren Nachrichten gesucht und einiges entdeckt: Jäger erwähnt in seinem »Schwäbischen Städtewesen im Mittelalter«, Bd. I., 1831 (Ulm), daß in dieser Stadt neben der Judenbadstube, dem Friedhof auch ein Judenspital bestanden habe, welches in einer Urkunde von 1499 aufgeführt wird. In einem Aufsatz in der Westdeutschen Zeitschrift für Geschichte, XII, erwähnt G. Liebe die Verleihung des (jüdischen) Spitals zu Trier, die am 12. Oktober 1422 geschah. Aronius, Regesten zur Geschichte der Juden, bringt unter Nr. 606 aus der Zeit »vor 1255« eine urkundliche Angabe über ein Haus neben dem Judenspital in Köln; Br i sch setzt in seiner »Geschichte der Juden in Köln« (I. S. 19) die Erbauung dieses hospitales in das elfte Jahrhundert, jedoch ohne ausreichende Begründung. ln einer Urkunde von 1210 schließt Abt Eberhard von St. Emmerau in Regensburg mit dem Juden Abraham und Genossen einen Vertrag über ein Haus: »Est autem domus hospitalis Judeorum in Panzauswinckel«.

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