Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Lebesnzeit und Heimat des Isaak Or Sarua
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 483 (sequence 6)
- Language
- German
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Lebenszeit und Heimat des Isaak Or Sarua. 483 anführt, als »unsern Lehrer«1). Offenbar genoß er in seiner Kindheit wirklich kurze Zeit Unterricht bei ihm. Er zählte ihn jedoch nicht zu seinen Hauptlehrern, wie Jehuda b. Isaak, Elieser b. Joel und Simcha, deren Jünger er in reifem Alter war, und die daher einen entscheidenden Einfluß auf seinen Geist hatten. Deshalb nennt er ihn später bloß »unser Lehrer.« Jedenfalls haben wir keinen Grund zu bezweifeln,daß IOS. den Isaak b. Mordechai in seiner Kindheit gekannt hat Von diesem aber ist uns ein Rechtsgutachten bekannt, das er in einer Streitfrage über eine nicht genau datierte, 1133 geschriebene Urkunde gemeinsam mit Mose b. Joel und gleichzeitig mit R. Tarn, 1133 oder nicht lange darnach abgegeben hat2). Er muß also damals wenigstens ein Alter von 20 Jahren erreicht haben, und wenn wir ihm auch ein noch so hohes Alter geben, um 1190 gestorben sein. IOS. wird demnach, wenn er in seinen frühesten Jahren von ihm Unterricht empfangen haben soll, schon vor 1180 geboren sein. Haben wir nun mit großer Wahrscheinlichkeit den Beginn seiner Lebenszeit und seiner Wirksamkeit ermittelt, so ergibt sich ohne Schwierigkeit auch der Zeitpunkt, in dem wir das Ende seiner Laufbahn voraussetzen dürfen. Wie wir oben gesehen, schrieb er noch 1246 den Traktat Ab. Sara. Dieser Abschnitt ist in seinem Werke der letzte, und wir sind auch berechtigt anzunehmen, das er zu seinen letzten Arbeiten gehört Wir berühren damit eine in vieler Hinsicht wichtige Frage: ln welcher Reihenfolge sind die verschieäenen Abschnitte des Buches entstanden? IOS. hat nach Ausarbeitung seines gesamten Werkes noch fortwährend manches nacbgetragen, besonders hat er vieles aus seinem ausgedehnten Briefwechsel den betreffanden Traktaten einverleibt. Daher kommt es, daß er mehrmals sowohl auf die spätem als auch auf die frühem 1j רבינו. besonders B. Batra. 2) IOS. IV, S. 23 b M, 31*