Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 55 (1911)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 326 (sequence 10)
- Language
- German
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326 Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. machen, während er betreff des vierten nichts mehr weiß. Es folgen nun die Angaben über die Schicksale Schemarja’s, ChuschiePs und Mosche's, welch letzterer in Cordoba als eigentlicher Pfadfinder des Talmudstudiums begrüßt wurde. Soweit der Bericht Abraham Ibn Daüd’s. Es ist nun merkwürdig, daß, während er das Aufhören der Einnahmen der Hochschulen mit dem Raubzug des Ibn Rumähäs in Verbindung bringt, er doch die Gelehrten nicht direkt als aus Babylonien stammend angiebt, ebensowenig, wie er sie als Sendboten behufs Einsammlung von Geldern bezeichnet. Hiermit stimmt auch die Angabe überein, daß die Gefangenen Niemandem etwas über ihre Persönlichkeit und ihr großes Wissen mitgeteilt haben, da andrerseits dieses von selbst bekannt geworden wäre. Es ist dies aber jedenfalls eine vielleicht gewollte Unklarheit in dem Bericht unseres Geschichtsschreibers. Ebenso wenig trägt zur Aufhellung bei die Andeutung, daß die Reise zum Zweck von הכנסת כ^ה unternommen worden sei. Man hat es nicht als glaubhaft angenommen, daß vier Gelehrte aus diesem Anlaß sich ins Ausland begeben haben sollen, und wollte darum den Worten!•הכנסת ^־, entgegen dem durch die Mischna Pea 1,1 feststehenden Sprachgebrauch für die Bemühung zur Ausstattung von Bräuten1), die gezwungene Bedeutung der »Einnahme für die Hochschule« unterlegen, obwohl Kallah nur die zweimal jährlich stattfindenden Hauptversammlungen bezeichnet, und dann auch der Plural הכנסות erforderlich wäre. Sei es nun, daß man die genannten Gelehrten mit Leberecht als Sendboten für die Hochschule zu Bari2], oder mit *) Vgl. Frankel, Zeitschrift etc. 1845 S. 100, Note, betreff der wörtlichen Auffassung von ,הכנסת כלד, wonach es sich um Beschaffung eines Fonds zu dauernden Ausgaben für Zwecke der Brautausstattung handelte. 2) Vgl. Leberecht in Literaturblatt des Orients Jahrg. 1844, S. 703 und in Frankels Zeitschrift 1845, S. 100—101.