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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 3 · p. Seite 258

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 3
Article
Die Juden und das Wirtschaftsleben
Date
1911-01-01
Page
Seite 258 (sequence 2)
Language
German
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258 Die Juden und das Wirtschaftsleben. »Im übrigen ist die jüdische Küche bekanntermaßen ganz vorzüglich« (S. 272), die in ein »streng wissenschaftliches ׳Buch«, es sei denn ein solches Kochbuch, nicht gehört. Dasselbe gilt auch von der, nach dem Zugeständnis, daß König Salomo »nicht gerade aus glücklichen Geschäften ^seinen Reichtum aüfgebaüt hatte«, eingeschalteten, ironisehen Bemerkung: »(obgleich man nie wissen kann!)« S. 379. Es sind dies keineswegs die einzigen Stellen, bei denen ich mich fragen mußte, ob ich denn wirklich ein »streng wissenschaftliches Buch« vor mir habe, aber sie genügen, um die mir mitunter aufgestoßenen Zweifel begreiflich zu machen. Noch eine andere Stelle im Vorwort muß ich zur Sprache bringen, die mich stutzig gemacht hat, die ich mir aber nach der Lektüre des Buches ebenfalls als eine Kautel ln dem oben erwähnten Sinne erkläre. Es ist die mit womöglich noch stärkerem Nachdruck, als womit die Wissenschaftlichkeit betont ist, abgegebene; Äußerung: »Dieses Buch soll seine ganz eigenartige Note dadurch erhalten, daß es auf 500 Seiten von Juden spricht, ohne auch nur an einer einzigen Stelle so etwas wie eine Bewertung der Juden, ihres Wesens und ihrer Leistungen, dur.chblicken zu, lassen« (S. XIII). Sombart sucht diese Äußerung und seinen dadurch bestimmten Standpunkt durch eine längere Begründung zu rechtfertigen. Er schließt übrigens das Vorwort mit einem hübschen, man kann sagen, für die Juden schmeichelhaften Gedicht Fontanes, und schickt demselben das Geständnis voraus, daß »gewiß sehr viele von uns modernen Menschen, ganz ohne es• zu wollen, zu einer Hochbewertung gerade der Juden gelangt sind« (S. XV). Aber ich bilde mir ein, daß kein einziger Leser die oben angeführte Äußerung, wenn sie fehlte, vermissen würde. Jeder Schriftsteller hat das Recht, Werturteile über die Sachen und Menschen, über die er schreibt, abzugeben, oder sich ihrer — soweit dies möglich ist — zu enthalten. Aber de telles choses se font, mais eiles ne se disent pas.

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