Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 506 (sequence 3)
- Language
- German
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506 Besprechungen. »relative Gottesbezeichnung vielleicht nicht ohne Grund« (Ab!\ 51; kgu a7!7u0?’ sIxotco; enthält keinen ernsthaften Zweifel), Im allgemeinen darf man den Herausgebern aber nur Dank wissen, daß sie sich bei der Wahl zwischen Wörtlichkeit und Gewandtheit für die erstere entschieden haben. Außer der Übersetzung bietet der vorliegende Band eine Reihe wertvoller Gaben. Eine Einleitung des Herausgebers soll den Laien in das Studium Philos einführen und nimmt ohne gelehrten Ballast klar und vorsichtig zu den Fragen der Philoforschung Stellung, an deren Lösung ihr Verfasser so hervorragenden Anteil genommen hat. Sie geht nach einer Einleitung über die Entstehung der Septuaginta näher auf Philo ein: auf seinen Lebensgang, die Einteilung seiner Schriften, seine exegetischen Grundsätze, seine griechische und jüdische Bildung, seine philosophischen Grundanschauungen, sein Verhältnis zum rabbinischen Judentum und seine Bedeutung für die jüdische und die christliche Religionsgeschichte. Im Gegensatz zu Schürers Darstellung ist hier die Belesenheit Pliilos in der griechischen Literatur erschöpfend behandelt; seine jüdische Bildung schätzt Cohn mit Recht niedriger ein. Er glaubt (vgl. S, 20) nicht, wie Schürer III* 699, daß Philo die Halacha »im allgemeinen gekannt« habe;: in der Tat stellt Ritters sehr fleissige und kenntnisreiche Arbeit über »Philo und die Halacha«, auf welche Schürer verweist, zwar eine Reihe von Übereinstimmungen der phiionischen und der rabbinischen־ Exegese zusammen; in welchen Fällen aber zur Erklärung dieses Zusammentreffens Kenntnis der Halacha bei Philo anzunehmen ist,, hat weder Ritter noch sonst jemand seither untersucht; und erwägt man, wie sehr die Abweichungen überwiegen, von denen Cohn aus Raumrücksichten nur einen kleinen Teil wiedergeben konnte, so ist man nicht geneigt, dem »Rabbi Philo«, wie ihn Ed. Schwartz jüngst genannt hat, nennenswerte rabbinische Kenntnisse zuzutrauen. Ja, Cohn nennt (S. 10) sogar seine Kenntnis des Hebräischen nicht »achtungswert« (Schürer a. a. O.), sondern »sehr mangelhaft«, und ich fürchte, er hätte ruhig eine Zensur tiefer gehen dürfen. Wie will man denn beweisen, daß Philo, der zweifellos die Bibel nur auf griechisch las, überhaupt hebräisch verstanden hat? Schürer beruft sich auf die bei ihm vorkommenden Etymologien hebräischer Worte; und ich halte es allerdings für falsch, wenn S. 99, A. 3 unseres Übersetzungsbandes gemeint wird, die Ableitung des Namens זזנוך von חן bewiese »Philos Unkenntnis des Hebräischen«; sie bewiese vielmehr seine Kenntnis des Wortes חן — wenn sie von Philo stammen müßte. Aber das steht bei keiner dieser Etymologien fest, wie Cohn*