Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Reichssteuern der deutschen Judengemeinden von ihren Anfängen bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 468 (sequence 7)
- Language
- German
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463 Die Reichssteuern der deutschen Judengemeinden von juden, die bi eu gesezzen sint, solichen dienest getan hant, des uns ze disen ziten wol genueget, und darumbe sagen wir sü und lazzen ledik und frei vor aller sture und vor allem dienste, daz sü uns noch unsern voegten des nit sulen gebunden sin noch tuon von disem tag biz ze den nechsten wichnachten und von dannen über vier gantze jar, die darnach koment. Und ob daz geschehe, daz wir des vergezzen und darwider tuon wollen oder ieman von unsern wegen, so bitten wir üch mit allem flizze und wellen und gebieten eu, daz ir uns des ermanen sulent, daz wir da von lazzen. Wollen wir ez darüber tuon, so geben wir eu den gewalt mit disem brief, daz ir den juden, die danne bi eu sitzent, des mugent mit unsern! guoten willen und an unsern zorn und haz, den wir dar umbe nit sulen an euch legen, voer sin und in darume beholfen sin. Und des ze einem urchunde geben wir kunik Friderich und hertzog Lüpolt für uns und unsern bruoder hertzogen Heinrich disen brief besigelt mit unsern nsigeln, Der ist geben ze Schafhusen an sant Blesien tag, do man zalt von gols gebürt dreyzehenhundert jar darnach in dem sibentzehenden jar. Orig., ’!.General-Landesarchiv in Karlsruhe, Selekt nr. 19h An schmalen Pergamentstreifen zwei Wachssiegel, das [größere] König Friedrichs d. Schönen {Thronsiegel) und das [kleinere] des Herzogs Leopold von Österreich. Rückaufschrift (vermutlich 16. Jahrhundert): »Als kung Frfiderich], herzog Lupolt und herzog H[einrich] von Österreich] die jud[en] ir stur und anders uff ain zit ledig.. .1)«. Auf dem über das Thronsiegel hinausreichenden Teil des einen Pergamentstreifen befindet sich die hebräische Aufschrift: ושטנטץjר;K0ste^1tz). Reg.: Zeitschr. f. d. Gesch. d. Oberrheins [Neue Folge] I, 88 nr. 191. 8. Ludwig d. B. verpfändet dem Bischof Gerlach von Worms und dem Ritter Hartmann von Kronenberg für 1200 Pfd. H. die 120 Pfd. H. betragende Jahressteuer der Ladenburger Juden. — 1330 Juli 21. Hagenau. Wir Ludowig von gots gnaden Römischer cheiser zuo allen ziten merer des reichs veriehen offenlich an diesem brief und tuon chuont allen den, die in sehent oder hoerent lesen, daz wir dem erwirdigen2) Gerlach bischof ze Wormsze, unser m lieben fuersten 0 Ganz unleserlich, vielleicht: »sagen«. 2) Orig. »erwidigen«.