Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Notiz zu Jahrg. 52 (1908) S. 596 [Nachricht] / Elbogen, Ismar
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 355 (sequence 1)
- Language
- German
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Notizen. 355 Notiz zu Jahrg. 52 (1908) S. 596. Das von Eppenstein erwähnte Responsum des Gaons Natronai b. Hilai (Chemda Genusa, Nr. 50, S. 10a) lautet wörtlich wie folgt: ד,אומדים פיוטים באבות וגבורות ובכל תפלות ובכל רגל ורגל מעניינו ומרבין בו דברי אגדה ובטיב ובפורים אם אומרים בכל ברכה וברכה מעין אותה־• ברכה ובדיה וביחידה דברי ריצוי וסליחות ובטיב דברי חורבן הבית הרשות בידם ועיקר שאומרים בכל ברכה וברכה מעין פתיחתה ומעין חתימתה אבל בקבוץ־ גליות ובד,קבץ בתולות וכל כיוצא בהן וכל הדומה להן אסיר לאומרו ואם אמר■ .מלמדין אותו שלא יאמר כף Der Text ist, besonders am Anfang, zweifellos nicht ganz korrekt (vgl. Schibb. ha־Lek., ed. Bub., § 28, p. 25 a), aber der Sinn ist klar. Der Oaon meint, wie der Verf. zunächst richtig wiedergibt, daß es an den Fest- und Fasttagen wohl statthaft ist, agadisch gefärbte Pijjutim, die dem Gedanken des Tages Ausdruck verleihen, vorzutragen, daß sie auch in die Tefilla selbst eingeschaltet werden dürfen, wofern sie nur inhaltlich den betreffenden Stücken entsprechen. Hingegen — und hier beginnt der Irrtum des Verf. — sind lediglich äußerliehe Anknüpfungen im Wortlaut, wie z. B. eine Poesie mit dem Beginne ובההבץ בתולות für das stück קבוץ גליות, d. h. für unser תקע בשופר, nicht als hinreichend zu betrachten und zu verbieten. Bei ובהקבץ בתולות muß man an Kerobot zu Purim denken, eine Strophe in Kalirs Poesie beginnt ja mit הבתולות בהקיץ, allerdings wird diese an späterer Stelle eingeschaltet. Daß ein anderes, mit בהקבץ בתולות beginnendes Stück, wirklich vorhanden war, ist nicht noiwendig, denn in den Worten des Gaon soll ja nur ein Problem berührt werden. Ein Irrtum ist es, wenn der Verf. Natronai »von einem fest״ stehenden Gebrauch Kalirscher Pijjutim« sprechen laßt. Er meint da offenbar die Nennung Kalirs in dem parallelen Responsum Schibbole ha-Leket a. a. O.; jedoch ist dort nicht ganz klar, ob die Nennung Kalirs noch zu dem Responsum Natronais gehört, oder ein Zusatz R. ־öerschoms ist. Mir scheint die letztere Annahme richtiger. Berlin. I. Elbogen. 23*