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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 5 · p. 634

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 5
Article
Elisabeth von Englands jüdischer Agent in Konstantinopel
Date
1909-01-01
Page
634 (sequence 1)
Language
German
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Notiz. Elisabeth von Englands jüdischer Agent In Kmtantlnopel. Als 1595 Sultan Murad III. starb und Mehemet III, ihm folgte, war Sir Edward Barton Gesandter Englands zu Konstantinopel. Um seine Regierung für den neuen Sultan einzunehmen und zu Geschenken an diesen zu veranlassen, übermittelte er ihr eine lange italienische Denkschrift, deren Verfasser sich Salomone Ische Hebreo nennt. Dieser hebräische Mann Salomon Cormano bringt höchst merkwürdige Nachrichten über jene beiden Sultane, besonders ihr persönliches Leben u&d ihr Serail. Murad ward durch seine Mutter vom Blutvergießen zurückgehalten. Er überließ die Kriegführung seinen Generalen, liebte Baukunst, Musik und Poesie, prämiirie türkische Dichtung und schrieb selbst Verse, die Salomon bewundert. Mehemet wurde heimlich aus Magnesia herbeigeholt; bis dahin ward des Vaters Tod verheimlicht. Er ließ sofort seine 19 Brüder beschneiden und dann sogleich erdrosseln. Die Denkschrift schließt mit einem italienischen Sonnet über den Jammer der Mütter dieser Knaben. Erhalten im Staatsarchiv zu London, ist sie jetzt kostbar faksimiliert, ins Englische übersetzt und kritisch erläutert von H. G. Rosedale, unter dem Titel »Queen Elizabeth and the Levanf Company«, 1904. F. Liebermann. In der Form Cormano ist mir der Name sonst in der jüdischen Literatur nicht begegnet Dagegen bezeugt Salomon Rosanes in seiner 1907 in hebr. Sprache erschienenen »Geschichte der Juden in de! Türkei«, S. 222, daß es unter den aus Andalusien und Granada stam" menden türkischen Familien eine solche Namens Carmona gebe, die von der gleichnamigen bedeutenden Stadt in der Provinz Sevilla ihren Namen herschreibt. Erst jüngst ist eine Notiz über ein Mitglied dieser Familie, den jüdischen Militärarzt J o s e p h Carmona Effendi, den Sohn eines ehemaligen Senators und Vorstehers der Kultusgemeinde in Konstantinopel, der unter dem alten Regiment auf Grund einer falschen Anschuldigung degradiert worden war und von den jungtürken nach nochmaliger kriegsgerichtlicher Untersuchung rehabilitiert worden ist, durch die Zeitungen gegangen, vgl. »Israelitisches Wochenblatt für die Schweiz«, Jshrg. IX, Nr. 33, d. d. Zürich, 13. August 1909, S. 11b. M. Br.

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