Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Vorarbeiten zur "Germania Judaica" II.
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 595 (sequence 7)
- Language
- German
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Vorarbeiten zur »Germania judaica«. II. 595 Regensburg — wie er sich selbst bezeichnet86)— lebte in seiner Jugend in Frankreich87), wo er mit R.Tam in Verbindung trat88). Man hat R. Tarn89), R. Isaak b. Ascher ha-Levi, den Älteren90), und R. Isaak b. Mordechai aus Regensburg91) als seine Lehrer bezeichnet. R. Ephraim b. Isaak war einer der hervorragendsten unter den deutschen Gesetzeslehrern. Von seinen Zeitgenossen92) wird er »Ephraim der Große aus Regensburg« und zuweilen »Jakar«93) genannt Vorübergehend hat er sich in Worms94) und Speyer95) aufgehalten. In Regensburg96) bildete er mit R. Isaak b. Mordechai und R. Moses b. Joel das Rabbinatskollegium97). Er richtete Anfragen an R. Tarn98), der seine Gelehrsamkeit anerkannte, ihn aber zuweilen hart abfertigte99), und tauschte Bescheide mit R. Elieser b. Natan100) und R. Joel ha-Levi101) aus. R. Jehudab. Kalony mos b. Moses aus Mainz102) wandte sich mit Anfragen an ihn. R. Eliöser aus Metz103) und R. Elieser b. Joel ha-Levi104) beriefen sich auf Entscheidungen, die sie von R. Ephraim gehört haben. Zu seinen hervorragendsten Schülern gehörten R. Baruch b. Samuel aus Mainz105) und R. Menachem b. JakobausWorms106). Man verdankt R. Ephraim a) Tosafot oder Glossen zu verschiedenen talmudischen Traktaten107), b) einen Kommentar zum Mischnatraktat Abot108), c) Rechtsbescheide109). Er war auch ein fruchtbarer synagogaler Dichter110). »Seine Poesieen übertreffen die aller seiner deutschen und viele seiner französischen Zeitgenossen: kurz und dennoch klar, anmutig wenngleich scharf, bedient er sich reiner, fließender Ausdrücke, deren Schmuck die biblischen und talmudischen Anspielungen ausmachen«. R, Ephraim ist eine Persönlichkeit mit scharf ausgeprägtem Charakter. Wegen eines von ihm nicht gebilligten Brauches verläßt er im Zorn zweimal die Synagoge, belegt sogar die seiner Ansicht Zuwiderhandelnden mit dem Banne111). Rücksichtslos vertrat er seine Meinung, ln seinen Entscheidungen wich er bisweilen von der hergebrachten Ansicht ab112), seine Auffassung eines halachischen Satzes113) hat eine ganze Lite״ ratur gezeitigt114). Er hat gegen das Jagen von Vögeln sowohl 38*