Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Epigraphische Beiträge zur Geschichte des Judentums
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 293 (sequence 2)
- Language
- German
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Epigraphische Beiträge zur Geschichte des Judentums. 293 P. Monceaux in der RA. 1904 (IV.e s. t. 3) S. 354—373 gegeben. Ich beschloß, ein Urkundenbuch zu geben und die steinernen Zeugen dahingeschwundener Jahrhunderte sprechen zu lassen, wobei absolute Vollständigkeit weder erstrebt noch erreichbar war. Durch solche Kärrnerarbeit sollte das zerstreute und vielfach schwer zugängliche Material auch weiteren Kreisen erschlossen und nutzbar gemacht werden, Diese Zeugen alter Zeit wirken durch ihre starke Betonung des Glaubens an den einen Gott in unserer, jedem positiven Glauben vielfach so feindlichen Zeit wohltuend auf jeden gläubigen Menschen, sollten besonders Einfluß üben auf die Jugend; so glaubte ich auch der Pflicht des Lehrers zu genügen. Ein zweites Moment war mir noch maßgebend. Die Inschriften beweisen, daß die griechische Sprache, gegen die in Österreich gegenwärtig ein wahres Kesseltreiben in Szene gesetzt wird, die Sprache der Juden in der Diaspora war, und daß die Juden, wie Mommsen bemerkt, zur Hellenisierung des Orientes mithalfen; ihre Kenntnis ist daher für die Religionsgeschichte notwendig. Es war verlockend, auch die Papyrus heranzuziehen, doch die Zeit, die einem Gymnasiallehrer für wissenschaftliche, dabei selten anerkannte Tätigkeit nur karg zugemessen ist, nötigte zur Beschränkung auf das inschriftliehe Material und möge auch manches Unfertige in der Arbeit entschuldigen. Von einem Laien auf dem Gebiete der Religionswissenschaft können nicht alle sich darbietenden Fragen behandelt werden; ich beschränke mich auf einige, die den Epigraphiker angehen. Besonderen Dank schulde ich der Direktion des k. k. österr. arch. Institutes für die Erlaubnis, den Schedenapparat der TAM benützen dürfen, sowie Herrn Oberrabiner Dr. M. Güdemann für die Liebens- Würdigkeit, mit der er mir Bücher zur Verfügung stellte und den Abschluß der Arbeit ermöglichte, und dem Herausgeber dieser Monatsschrift für die Aufnahme dieser Beiträge.