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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 3 · p. Seite 267

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 3
Article
Zur Geschichte und Beurteilung der Juden vom XV. bis XIX. Jahrhundert
Date
1909-01-01
Page
Seite 267 (sequence 11)
Language
German
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Zur Geschichte und Beurteilung der Juden vom XV. bis XIX. jahrh. 267 Gottes zu erhalten suchten; einem Wege, den sie zwar irrig den richtigen glaubten, den aber, wenn sie ihn mit Rechtschaffenheit des Herzens befolgten, die Gottheit selbst sich gefallen ließe, über den also die Menschen nicht hadern, sondern vielmehr durch Liebe sie zu Ueberzeugung von noch mehrerer Wahrheit leiten müßten!1) Wir befinden uns in der Sphäre der späteren Herdersehen Empfindung: »Hat jeder nicht sein Gewissen, seine Religion frei?« Wie diese im Einklänge mit jüdischem Empfinden stand, beweist — beispielsweise — die »Morgen-Andacht für alle Menschen», eine tiefe Huldigung an Gott, als die »Urquelle aller Urquellen«, die Heyum Kaufmann im Jahre 1801, der »berühmten Akademie in Gießen« gewidmet hat, ein in hebräischer und deutscher Sprache verfaßtes stimmungsreines Gebet2.) Der große Haufen, heißt es in der Vorrede dieses Ergußes, habe von jeher die Beschaffenheit des Gebetes und der übrigen Gottesverehrung des jüdischen Volkes verspottet. »Jacob ist fast in Schande und Israel in Schmach gerathen.« Um diesen Anstoß wegzuräumen, um diese Schmach von seinem Volke zu entfernen, sei seit Jahren sein Bestreben darauf gerichtet, »die Beschaffenheit unsers Gebets und unsere Andacht den Völkern, die nicht zu uns gehören, bekannt zu machen, damit sie sehen, daß wir alle nur einen Gott anbeten.«* * 8) Wie sehr aber in dieser Periode seitens unserer jüdisehen Vorfahren mit Dank und Hingebung und Zuversicht vergolten wurde, daß eine gütige Vorsehung ihnen für den innern und äußern Lebensodem Verheißung und Hilfe geschenkt hatte, das ergibt sich aus einem Briefe, der an einen 1) S. 122—123. 2) Ich benutzte das Exemplar der Mainzer Stadtbibliothek. 8) Kaufmann sagte : er hoffte, in kurzer Zeit in einem kleinen Buche seine Gedanken ausführen zu können. Ist dieses Werk erschienen?

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