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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 4 · p. Seite 409

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 4
Article
Michael Sachs
Date
1908-01-01
Page
Seite 409 (sequence 25)
Language
German
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IRI
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Michael Sachs. 409 Rabbinatsassessor und Prediger nach Berlin berufen worden, blieb es bis an sein Lebensende und galt dem Publikum vorzugsweise als Prediger. Eine weitere Tätigkeit als diejenige seiner älteren Kollegen ward ihm nicht eingeräumt, und in seinen amtlichen Beziehungen zu diesen fehlte es nicht an Meinungsverschiedenheiten und Reibungen. In noch stärkerem Maße standen seinem Streben nach einer fruchtbaren Betätigung seiner Kräfte auf den verschiedenen Gebieten des religiösen und Gemeindelebens die verhängnisvollen Vorurteile entgegen, die seit dem Beginne der sogenannten Aufklärungsperiode über die Wirksamkeit der Rabbiner entstanden waren. Die Anhänger der Aufklärung sahen in den Rabbinern, den Vertretern des überlieferten Judentums, ihre entschiedenen Gegner und bekämpften sie darum nicht nur in ihrer Tätigkeit, sondern auch in ihrer amtlichen Stellung und selbst in ihrem Ansehen nach außen. Ein Ausdruck dieser feindseligen Gesinnung war das berüchtigte Gutachten, das Rüben Gumperz, ein Vorsteher der Berliner Gemeinde, im Jahre 1825 an die Regierung erstattete, und in dem er den Rabbiner kurzweg als den »Kauscherwächter« erklärte1). Diese geradezu höhnisch klingende Bezeichnung war ein schmähliches Unrecht gegen die damaligen Rabbiner. Die darin liegende Auffassung von dem Wissen, dem Geiste und den Aufgaben derselben bekundet zugleich eine grobe Verkennung der Geschichte und des Schrifttums des Judentums. Sie bezeugt nicht minder eine bedauernswerte Blindheit gegenüber der Wirkung, welche eine solche Herabsetzung des rabbinischen Amtes gerade in den Augen der staatlichen Behörden haben mußte. Ja dieses sogenannte Gutachten gewann nur dadurch seine weitere verhängnisvolle Bedeutung, daß es den x) Vgl. darüber die verschiedenen Meinungen in dem jüngst erschienenen Buche, von Kaufmann und Freudenthal »Die FamiLie Gomperz«. Frfrt. 1907, S. 207 ff.

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