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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 6 · p. Seite 756

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1907-01-01
Page
Seite 756 (sequence 10)
Language
German
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756 Besprechung. (S. 296), »eine bittere Ironie des Schicksals, die ihm — Friedrich dem Großen — nach Mendelssohn zum zweiten Male einen unerschrockenen Kritiker aus dieser von ihm so verachteten Gemeinschaft entstehen ließ«, und die überraschende Gewandtheit, mit der Leon, sein Verwandter Aron Emmerich, Moses Mendelssohn u. a. »in das Wesen und die Tiefe des vaterländischen Geistes, der vaterländischen Kultur und der Vaterländischen Sprache eindrangen,« ist »nur dadurch erklärlich, daß hier latente Volkszusammenhänge und Wesens- Übereinstimmungen vorhanden waren, die nur der Berührung bedurften, um sich offen zu erschließen« (S. 302). Von den späteren Schriften Leons erwähnen wir hier nur noch seine »Kritischen Bemerkungen über das Theater«; nach seiner 1782 erfolgten Taufe, mit der er allerdings in seiner Familie nicht allein dasteht, ist er mit bedeutenden Schöpfungen nicht mehr hervorgetreten. Das vorstehende Referat gibt schon durch den Umfang, den es unversehens angenommen hat, einen Begriff von der Fülle des Materials und des Wissens, das in dem Buche niedergelegt ist; es zeugt aber auch von dem Fleiße und der unendlichen Mühewaltung Freudenthals, der sich durch die verschiedenartigsten Materien und Wissensgebiete hat hindurcharbeiten müssen, ,um seine Aufgabe zu bewältigen.* Ein ausführliches Orts- und Personenregister ist dem Werke beigegeben1). Hingewiesen sei auch noqh darauf, daß Freudenthal es glücklich vermieden hat, weil zum Darsteller, so auch zum Lobredner der Familie zu werden; er hat, wie es die Aufgabe der Geschichte ist, unparteiisch, angesichts der Tatsachen sein Urteil gefällt Zum Beweise dessen vergleiche man, was Freudenthal über das bekannte »Gutachten« des Rüben Gumpertz sagt (S. 207 f.), eines Mannes, dessen Liebe zum Judentum und dessen vornehmen Charakter im übrigen seih Briefwechsel mit dem ihm verwandten Leopold Zunz und der Nachruf Lebrechts (S. 213—214־) zur Genüge beweisen. Möge die Anerkennung, welche Freudenthal für das Buch, dem Rosa Gomperz, die Schwiegermutter David Kaufmanns, ein stimmungsvolles Geleitwort mit auf den Weg gegeben hat, in reichem Maße zuteil werden wird, ihm Lust und Liebe zu weiterem Schaffen geben; der. Wissenschaft des Judentums wird das Werk gewiß die reiche Förderung und Anregung bringen, die der Verfasser von ihm erhofft. Berlin. N. M. Nathan. i) S. 413 lies: Hirsclrb. Lemle statt »Hirsch b. Salomon Lemle«, S. 433 Fradel, T.Wolf Wertheimer statt »FradeL, T. Samson Wertheimer«. — Es sei noch bemerkt, daß in dem rheinischen Städtchen Rheinberg, zwei Familien Gompertz wohnen, die ihren Ursprung auf einen Lehmann Gomperz zurückführen. Nach mündlichen Überlieferungen soll dieser Lehmann Gomperz in der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts am königlichen Hofe von Hannover eine Vertrauensstellung eingenommen haben und der intime Freund des Königs gewesen sein.

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