Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Nachschrift zu der Abhandlung über Leon Elias Hirschel
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 624 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829795-2829801-2887171--34866-2887303- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
624 Notizen. Nachschrift zu der Abhandlung über Leon Elias Hirsche! Der Aufsatz über Leon Elias Hirschei war bereits in Druck gegangen, als ich aus einer Abhandlung Kayserlings über die Verwandten Moses Mendelssohns in der A. Z. d. J. 1899, S. 464, ersah, daß Brendel Gugenheim, die Schwester der Frau Moses Mendelssohns, an einen »sonst unbekannten Dr. Hirschel« verheiratet war. Offenbar ist dieser Unbekannte kein anderer als unser Leon, zumal Mendelssohn im September 1773 bei der Verheiratung seiner anderen Schwägerin Blümchen auf dessen frühen Tod anspielt und schreibt: »Da kein Dr. Hirschel mehr unter Menschenkindern herumgeht, so hoffe ich mit Gottes Hilfe noch gut angekommen zu sein.« Ich vermag freilich nicht zu entscheiden, ob diese Worte einen Tadel oder ein Lob Hirscheis bedeuten. Sollte über dieser Ehe — sei es durch den Charakter der Beteiligten, sei es durch die Krankheit Leons — ein düsterer Schatten geschwebt haben? Die lustige und spöttische Brendel eignete sich allerdings wenig zur Lebensgefährtin eines so ernsten und schwerleidenden Mannes, und es ist höchst auffällig, daß Hirschel nirgends in seinen Schriften, auch nicht in seiner Selbstbiographie, seiner Ehe und seiner nahen Beziehungen zu Moses Mendelssohn gedenkt, wie auch dieser seinen literarisch so hervorragenden Schwager nur ein einzigesmal flüchtig und ohne jede Bezugnahme auf die Verwandtschaft erwähnt (s. oben S. 433, Anm. 5). Mendelssohns Worte lassen sich andererseits aber auch in lobendem Sinne deuten: als ob es einen so ausgezeichneten Menschen wie Hirschel zum zweitenmal nicht geben könne, und Blümchen darum mit ihrer Wahl noch ganz zufrieden sein dürfe. Auch über das weitere Lebensschicksal der so schnell verwitweten Brendel konnte ich einstweilen nichts feststellen. M. Freudenthal. Josef Zarks hebräisches Wörterbuch. Über Josef b. Jehuda b. Isaak Zark hat zuletzt David Kaufmann in dieser Monatsschrift (Bd. 43, p. 136 ff.) gehandelt und dabei auch die Handschriften seinerbeiden sprachwissenschaftlichen Werke erwähnt. Das eine, u. d, T. רב פעלים, das eine hebräische Grammatik enthält und im Jahre 1429 abgefaßt wurde, findet sich handschriftlich in mehreren Bibliotheken (aufgezählt das. S. 138, n. 5), dagegen sind bisher von. dem zweiten Werke, einem im Jahre 1448 beendeten hebräischen Wörterbuche, u. d. T. בעל הלשון, nur drei Handschriften bekannt :'zwei im British Museum (Cod. Harley 5502 u. 5531) und eine im Besitze von Baron Günzbürg in St. Petersburg (Cod. nr. 229). Aus den unlängst erschienenen, mir durch die Güte des Verfassers vorliegenden, Notes er itiqu es s u r 1 e s m an uscrits arabesde. laBibliotheque Nationale de Madri d von Hartwig Derenbourg (Paris 1904, p. 50), erfahren wir nun, daß auch diese Bibliothek ein Manuskript des בעל הלשון besitzt (Cod. Gg. nr. 109), das in Mantua im Jahre 1491 für Samuel aus Peschiera kopiert ,wurde. Hinzuzufügen ist nur, daß dieses Lexikon wohl von Bacher (Die hebr. Sprach- Wissenschaft etc., p. 101, 113) zitiert wird (s. Der. 1. c., n. 2) und daß die Vorrede dazu von Kaufmann (ib. p. 143) ediert wurde. Es wären aber weitere Mitteilungen aus den beiden Werken Zarks, die uns über ihren Inhalt genau unterrichten könnten, sehr erwünscht1). Warschau. Samuel Poznaüski. ג) Nach dieser, vor etwa zwei Jahren niedergeschriebenen Notiz, sind jetzt nun auch die Angaben Schwab’s (REJ. 49, 317) und Seligsohn^s (Jew. Ecycl., s. v. Sarko; Bd. XI, p. 63) zu ergänzen.