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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 4 · p. Seite 400

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 4
Article
Das literarische Leben der babylonischen Juden im vierten Jahrhundert
Date
1906-01-01
Page
Seite 400 (sequence 16)
Language
German
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400 Das literarische Leben d. babylonischen Juden im vierten Jahrtu starb vor, seine Mutter bei seiner Geburt — hatte sich ganz nach R. Joseph, mit dem er geistesverwandt war, und zu dem er sich Zeit seines Lebens hingezogen fühlte, gebildet. Sein Wahlspruch lautete: »Der Mensch sei klug in der Gottesfurcht, er spreche sanft, sei versöhnlich und fördere den Frieden mit seinen Brüdern, mit seinen Verwandten und mit allen Menschen, auch mit dem Heiden auf dem Markte, damit er beliebt sei im Himmel oben, wohl gelitten unten und geachtet bei den Menschen1). Und er besaß auch die guten Eigenschaften R. Josephs. Als einem Abkömmling des fluchbeladenen Priesterhauses Eli, wäre ihm, sagt die Agada in der bekannten sagenhaften Stelle, gleich seinem Oheim Rabba, ein kurzes Leben beschjeden gewesen, aber Thorastudium im Vereine mit der Übung milder, menschenfreundlicher Werke haben sein Leben verlängert2 3). Er war nicht reich und mußte so manchem Genüsse entsagen. Wein, z. B. kam nie auf seinen Tisch*). Den kleinen Acker, den er besessen, mußte er selber bearbeiten, und da er tagsüber dem Thorastudium oblag, mußte er die Nacht dazu verwenden4). Aber seine Armut hinderte ihn nicht, wohltätig zu sein. Geld und Gut hatten für ihn keinen großen Wert. Er ließ eine Mühle zugrunde gehen, weil er eine ihm als Umgehung eines Gesetzes erscheinende Handlung nicht ausüben wollte, obgleich ihm sein Oheim Rabba diese gestattet hatte5), und als einst einer seiner Schüler, bei der Bewässerung seines Feldes den angrenzenden Nachbaren gegenüber eine kleine List gebrauchte, um das *) Berachoth 17 a, Graetz IV, S. 412. 2) Rosch ha־Schana 18 a. 3) Kethubboth 65 a. Nach Raba soll er sich durch Entbehrungen eine schwere Krankheit zugezogen haben. Sabbat 33 a. 0 Gittin 60 b. 0) Beza 36 b.

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