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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 2 · p. Seite 250

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension] / Fink, Elias
Date
1906-01-01
Page
Seite 250 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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250 Besprechungen. Kistner A., Der Kalender der Juden. Vollständige Anleitung zu seiner Berechnung für alle Zeiten. Karlsruhe. Friedr. Gutsch. 1905. 102 Seiten, 8. 553 Diese Schrift darf jedem, der mit Daten des jüdischen Kalenders zutun hat, aufs wärmste empfohlen werden, denn sie bietet ihm den erforderlichen Stoff ohne alles Beiwerk in leicht verständlicher Kürze und voller Klarheit. Ja, es scheint uns sogar, daß der Verfasser in seinem Streben nach Kürze insofern etwas zu weit gegangen ist, als er die vorkommenden Formeln fertig darbietet, ohne zu zeigen, wie man zu ihnen gelangt, was doch wohl auch für den gebildeten Laien in der Astronomie von Interesse gewesen wäre. Das Versprechen des Verfassers im Vorwort, die Beweise für seine Formeln an anderer (welcher?) Stelle zu veröffentlichen, kann diesen Mangel nicht ersetzen. Ebenso gut hätten die Formeln in der vorliegenden Schrift hergeleitet werden können, und wenn der Verfasser etwa eine Unterbrechung des Zusammenhanges scheute, so hätte es ja im Anhänge geschehen können, wohin auch mit Recht die zahlreichen Tabellen verwiesen sind. —* Unter eigenen Leistungen des Verfassers hat uns Kap. 17 (»Vereinfachte Neujahrsbestimmung aus dem Molad Thischri«) ganz besonders gut gefallen. Auch die elegante Bestimmung des Pessachdatums (Kap. 37 u. 38), sowie die leichte Verwandlung von jüdischen Qaten in christliche und umgekehrt, verdienen volles Lob. Folgende Druckfehler sind zu verbessern: S. VI, Zeile 1. v. o. ist statt eines G ein g zu setzen; daselbst Z. 5 v. o. lies 3*19+0 (nicht +19). S. 39. Z. 16 v. o. lies 13 Cyklen (statt 19). Endlich ist S, 17 u. S. 62 für Ajab Tachzag jedesmal zu lesen Ajab Taschzag. Elias Fink. Kracauer, 1 Die Geschichte der Judengasse in Frank״ furt a. M. (Sonderabdiuck aus der Festschrift zur Jahrhundert״ feier der Realschule der israelitischen Gemeinde [Philanthropin] zu Frankfurt a. M. 1804—1904) Frankfurt a. M. Druckerei Gebrüder Tey. Halachische Werke und Grabschriften, Responsen, Memor״ bücher und Literaturwerke ähnlicher Art haben hauptsächlich die Steine geliefert, die den Bau der jüdischen Geschichte zusammen״ setzen. Sie haben manches Licht auf die Vergangenheit geworfen, sie haben es dem Historiker ermöglicht, das jüdische Leben in vergangenen Tagen auch dem Spätgeborenen vor Augen zu führen, aber die Stimmen aus alten Tagen sind doch bisweilen auch schweigsam, wo wichtige Aussagen von ihnen erwartet wurden. Wie der Jude lebte und wohnte, wie er Feste feierte und trauerte, wie er seine Rechte zu erweitern suchte und gegen Unrecht im Großen und Chikane im Kleinen sich wehrte, von allem dem berichten sie weniger, als von den Fragen des religiösen, überhaupt des geistigen Lebens. Darum, ist es dringend zu wünschen, daß neben diesen auch andere Zeugen

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