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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 6 · p. Seite 744

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 6
Article
Judaisieren im mittelalterlichen Polen und Russland
Date
1905-01-01
Page
Seite 744 (sequence 1)
Language
German
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744 jlidaisieren In nittetalterlicheB polen und Hnssland. Von Dr. Lewin in : Pinne. Viktor von Karben (bei Graetz, Gesch. X1. S, 68) berichtet aus dem Jahre 1504, dass viele Polen und Rus;־ sen der Sekte der Juden anhangen, und Pfefferkorn (das.) erzählt, dass sie dort offen ihr Judentum bekennen durften. Eine Parallele dazu bietet Rabbinowitz in seiner hebräischen Uebersetzung der Graetz’schen Geschichte (VII S. 60 f.). Er macht von zwei Priestern der griechischen Kirche Mitteilung, die in Nowogorod 1470 mit ihren Familien zum Judentume übertraten und den Oberpriester der Sophienkirche sowie andere angesehene Priester und Bojaren zum Uebertritt veranlassten. In Moskau setzten sie ihr Werk mit solchem Erfolge fort, dass der dortige Archimandrit, eine Fürstin und andere Grosse des Landes sich ihnen anschlossen. Der Bewegung wurde dann gewaltsam Einhalt getan, und die beiden Urheber wurden 1490 oder kurz danach in Nowogorod verbrannt. Ihre Ideen wirkten noch lange im russischen Volke nach. In eine neue Beleuchtung rückt jene Bewegung durch zwei Berichte aus dem Bistum Wloclawek (an der Weichsei), zu welchem auch die Lande Kujavien und Pomerellen gehörten, ln der Ermahnung einer Synodai-Visitation aus dem vierzehnten Jahrhundert (Archivum komisyi historyczney, Krakau 1889, V 228) wird gesagt, dass im Bistume zur Verantwortung gezogen werden sollten, si qui Jude! aut pagani baptizati ritum infedilium reassumpserunt Von einem Spezialfalle, der vor dem bischöflichen, Generalkapitel verhandelt wurde, wird in den Monumenta historica dioeceseos Wiadislaviensis (Wloclawek 1884, IV 33 f.) Mitteilung gemacht. Der Bericht lautet: AD. 1471,

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